Gedenkfeier des KZ-Verband/VdA Salzburg am Kommunalfriedhof

  • Wann 26.10.2020 von 09:30 bis 12:00 (Europe/Vienna / UTC100)
  • Bundesland Salzburg
  • Wo Kommunalfriedhof
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Einladung zur Gedenkfeier 2020
75 Jahre Befreiung

Gedenkkundgebung für die Opfer des Nationalsozialismus
am 26. Oktober 2020
um 09:45 Uhr
Treffpunkt: Haupteingang Kommunalfriedhof Salzburg

Kurt Palm als Hauptredner bei der Gedenkveranstaltung – Spendenübergabe für Grab einer in Auschwitz ermordeten Sinti-Familie am Kommunalfriedhof


Vor 75 Jahren – im Mai 1945 – war das Nazi-Regime endlich besiegt und Österreich von der NS-Diktatur befreit. Der von den Nationalsozialisten betriebene Krieg brachte unvorstellbares Leid über Europa und die Welt: 60 Millionen Tote, sechs Millionen industriell ermordete Juden und Jüdinnen, Millionen Tote Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen, Kriegsgefangene, Roma und Sinti, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Behinderte und sogenannte „Asoziale“. Die diesjährige Gedenkfeier des KZ-Verbandes/Verbandes der AntifaschistInnen am Österreichischen Nationalfeiertag steht ganz im Zeichen des Gedenkens an die Befreiung vor 75 Jahren. Gerade angesichts des Erstarkens rechtsextremer und faschistischer Bewegungen in Europa ist die Botschaft der Überlebenden des Holocaust, der politischen Verfolgung und des Befreiungskampfes umso wichtiger: „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“


Hauptredner bei der diesjährigen Gedenkkundgebung am Kommunalfriedhof (Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus) ist der Filmemacher und Autor Kurt Palm. Der Volksbildner Kurt Palm ist nicht nur für seine Beobachtungsgabe und seinen kritischen Geist gegenüber gesellschaftlichen Fehlentwicklungen bekannt, er ist auch ein genauer Kenner der Geschichte der Salzburger Festspiele und die historische Verstrickung der Festspiele mit reaktionären und faschistischen Strömungen und Personen. Kurt Palm wird sich in seiner Ansprache auch diesem Kapitel in der 100jährigen Geschichte der Festspiele widmen.


Die Ansprache am Ehrengrab der Stadt Salzburg (vormals KZ-Verbands-Grab) wird der Salzburger Historiker Dr. Andreas Praher halten. Er wird die Rolle des politischen Widerstandes für die Wiedererstehung Österreichs thematisieren.


Spendenübergabe für Sinti-Grab


Ein besonders wichtiges Zeichen der Solidarität mit Nazi-Opfern wird die Spendenübergabe an die Nachfahren im KZ ermordeter Sinti zur Erhaltung ihrer Grabstelle am Kommunalfriedhof sein. Zur Erinnerung: KZ-Verband und sozialdemokratische Freiheitskämpfer sammelten über 2100 Euro zur Erhaltung eines Familiengrabes am Kommunalfriedhof, in welchem Mitglieder einer Sinti-Familie aus Salzburg ihre letzte Ruhe gefunden haben. Die Familie war bis 1943 im „Zigeunerlager“ Maxglan interniert, eine Angehörige der Familie wurde von NS-Propagandistin Leni Riefenstahl für Filmprojekte als Komparsin missbraucht. Ein großer Teil der Familie wurde nach Auflösung des Lagers Maxglan in Auschwitz ermordet. Insgesamt konnten mit der von Grünen, Neos und KPÖ unterstützten Aktion mehr als 2100 Euro in nur zwei Monaten aufgebracht werden.
Die Aktion von Freiheitskämpfern und KZ-Verband war eine Reaktion auf den von ÖVP, SPÖ und FPÖ getragenen Beschluss, das Ehrengrab der Stadt Salzburg für das NSDAP-Mitgliedes Hans Schmid (Komponist Rainermarsch) zu verlängern. Als sich dann im November 2019 eine Angehörige der Familie in einem Schreiben an die Salzburger Öffentlichkeit mit der Bitte um Hilfe wandte, war für die antifaschistischen Organisationen schnell klar: Die Stadt Salzburg ehrt mehrheitlich einen Nazi, Freiheitskämpfer und KZ-Verband stehen auf Seiten der Opfer.
Das Sparbuch wird der Familie am 26. Oktober an der Grabstelle überreicht werden.