Artikel: Das performative Denkmal Marie Blum

Unter dem schlichten Titel Marie Blum entwickelte die aus Tirol stammende und in Wien lebende Sprach- und Per- formancekünstlerin Esther Strauß in den vergangenen zwei Jahren ein komplexes, multimediales Werk, das an den Mord an Roma und Romnja, an Sinti und Sintize in den Konzentrationslagern des Dritten Reichs erinnert.

Ein Jahr lang nahm Esther Strauss offiziell den Namen eines Mädchens an, das laut Akten dieser Bevölkerungsgruppe angehört hatte und tragischerweise bereits an ihrem dritten Lebenstag im KZ Auschwitz- Birkenau getötet worden war. Diese Identitätserweiterung geschah ganz konkret: Die Künstlerin stellte den entsprechenden Namensänderungsantrag an die zustän- dige Wiener Magistratsabteilung MA 63 und änderte alle wichtigen Ausweise und Papiere auf ihren neuen Namen Marie Blum.

Für das aktuelle Gaismair-Jahrbuch 2022 hat Andrei Siclodi eine E-Mail-Konversation mit der Künstlerin Esther Strauß geführt. Der Beitrag steht hier zum Download bereit.

Erstellt am 2022-05-24T15:51:01+01:00, zuletzt geändert 2022-05-30T11:57:49+01:00