Dialogisches Gespräch und Podiumsdiskussion mit Anna Goldenberg für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 2

Eine Kooperation zwischen dem ERINNERN:AT-Netzwerk Wien, der BAfEP Wien 10 und der PH-Wien
What Personen Schulprojekt
Wann

21.05.2025 von 11:00 bis 13:00 (Europe/Vienna / UTC200)

Bundesland

Wien

Wo

PH Wien, Haus 1, Ettenreichgasse 45a, Hösaal 1.0.019

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Am 21. Mai spricht Anna Goldenberg – Journalistin, Autorin und Enkelin der am 19. Oktober 2024 verstorbenen Zeitzeugin Helga Feldner-Busztin – über ihre außergewöhnliche Familiengeschichte und ihre Beweggründe diese Geschichte mit Schülerinnen und Schülern zu teilen.

Nachdem Helga Feldner-Busztins Vater bereits 1938 in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert und in Auschwitz ermordet wurde, wurden auch Helga Feldner-Busztin und ihre Schwester Elisabeth (heute Elisabeth Scheiderbauer) 1943 gemeinsam mit ihrer Mutter nach Theresienstadt verschleppt. 1944 sollte Helga Feldner-Busztin weiter nach Auschwitz deportiert werden, entkam jedoch dem Abtransport dreimal. Alle drei Frauen überlebten das KZ Theresienstadt.

Nach ihrer Rückkehr nach Wien heiratete Goldenbergs Großmutter Hans Feldner-Busztin. Hans Feldner-Busztin, geboren 1925, überlebte die Zeit des Nationalsozialismus als sogenanntes „U-Boot“ in der Wohnung des Arztes Josef Feldner im 7. Bezirk in Wien. Die Geschichte ihres Großvaters rekonstruierte Anna Goldenberg in ihrem Buch „Versteckte Jahre“ auf sehr persönliche Art und Weise.

Die persönlichen Erzählungen einzelner Betroffener und Verfolgter des NS-Regimes werden in Zukunft „nur“ noch durch digitale Aufzeichnungen zur Verfügung stehen. Nachkommen von ZeitzeugInnen wie Anna Goldenberg können den „Generation Gap“, der durch das langsame Verschwinden der ZeitzeugInnen entsteht, in begleiteten Lernsettings schließen. Sie können in Zukunft eine aktive Rolle in der Holocaust-Education und der nachhaltigen Demokratiebildung übernehmen.

Anna Goldenberg ist Teil eines Pilotprojekts von ERINNERN:AT in Kooperation mit der PH Tirol, der Universität Klagenfurt und dem Verein „Doku Lebensgeschichten“, in dem seit 2024 Lernsettings und Lernmöglichkeiten mit Nachkommen jüdischer NS-Verfolgter konzipiert, erprobt und wissenschaftlich evaluiert werden. Gespräche mit Nachkommen können dazu beitragen, gesellschaftliche Herausforderungen wie Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu verstehen und zu dekonstruieren.

In ihrer Rolle als Nachkommin von NS-Verfolgten wird Anna Goldenberg im Rahmen der Kooperationsveranstaltung zu und mit Schülerinnen und Schülern sprechen. Durch ihre Bereitschaft, persönliche Motivationen, Perspektiven und Zugänge mit Schülerinnen und Schülern zu teilen, kann Anna Goldenberg jenen Gegenwarts- und Zukunftsbezug herstellen, der für die historisch-politische Bildung so wichtig ist.

Das dialogische Gespräch mit Anna Goldenberg findet im Rahmen einer Erasmus+ Kooperation der BAfEP Wien 10 zum Schwerpunkt „Europäische Erinnerungskulturen und Demokratiebildung“ unter Beteiligung von SchülerInnen aus Österreich und Deutschland statt.

Für die Veranstaltung gibt es noch freie Plätze für 2-3 Schulklassen.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei der Organisatorin und Wiener Netzwerkkoordinatorin Daniela Lackner (LA@bafep10.at) unter Angabe folgender Daten: Schule, Gruppengröße und Alter der Schülerinnen und Schüler.