Vortragsreihe Die Wiener Gesera von 1421

Am 23. Mai 1420 wurden auf Befehl Herzog Albrechts V. alle Jüdinnen und Juden in ganz Österreich gefangengenommen. Es gibt zahlreiche Berichte von Misshandlungen und Folterungen
Wann

05.10.2011 17:30 bis 25.10.2011 19:00 (CET / UTC200)

Bundesland

Wien

Wo

wien

Termin zum Kalender hinzufügen

iCal



Am 23. Mai 1420 wurden auf Befehl Herzog Albrechts V. alle Jüdinnen und Juden in ganz Österreich gefangengenommen. Es gibt zahlreiche Berichte von Misshandlungen und Folterungen, teils um die Juden zur Annahme der Taufe zu „überreden“, teils um Aussagen über versteckte Wertgegenstände zu erpressen. Für Kinder unter 15 Jahren wurde die Zwangstaufe angeordnet. Nach einer diplomatischen Intervention bei Papst Martin V. verfügte dieser, dass in Österreich und Venedig Kinder unter 12 Jahren gegen ihren und ihrer Eltern Willen nicht getauft werden dürften, bei Strafe der Exkommunikation für den taufenden Priester. Nach der Ausweisung von ca. 700 armen Jüdinnen und Juden wegen angeblicher Kollaboration mit den Hussiten wurden am 12. März 1421 alle in Wien Verbliebenen zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung von 92 Männern und 120 Frauen fand am selben Tag auf der Gänseweide in Erdberg statt. Neben deren allgemeiner „Bosheit“ wurde als Begründung vor allem ein Hostienfrevel in Enns angeführt. Am 16. April 1421 wurde die in den angeblichen Hostienfrevel von Enns verwickelte Mesnerin verbrannt.
Die Katholisch-theologische Fakultät der Universität Wien untersucht in einem laufenden Forschungsprojekt ihre eigene Verwicklung in diese Geschehnisse.

5. Okt.    Ao. Univ. Prof. Dr. Klaus Lohrmann (Univ. Wien)
    Die Päpste des Mittelalters und die Juden

11. Okt.     Dr.in Birgit Wiedl MAS (Inst. für jüd. Geschichte in Österreich/ INJOEST)
    Der Vorwurf der Hostienschändung an die Juden

18. Okt.    PD Dr.in Martha Keil (INJOEST)
    Die Wiener Gesera: pol. Rahmenbedingungen, Ereignisse, Zeugnisse
    
25. Okt.    PD Dr. Karl-Heinz Steinmetz (Univ. Wien)
    Die Haltung der mittelalterlichen Theologie gegenüber den Juden
    und die Rolle der theologischen Fakultät Wien

In Koop. mit dem Koordinierungsausschuss für christl.-jüd. Zusammenarbeit
Gefördert von AK-Wien     

HV126AK    Koordination: Dr. Markus Himmelbauer
    Mi, 5. Okt, und Di, 11., 18., 25. Okt, 18.30 Uhr      € 6,-



Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung
Praterstern 1, 1020 Wien

Telefonische Kursinformation: 01/216 19 62
sekretariat.jife@vhs.at (ehem.: sekretariat.judinstitut@vhs.at)
www.vhs.at/jife (ehem.:www.jud-institut-wien.at oder www.vhs.at)