„asozial“ - Ausgrenzung gestern und heute: (Online-)Ausstellung und begleitende Unterrichtsmaterialen

Die Wanderausstellung ‚„asozial“ - Ausgrenzung gestern und heute‘ bietet einen Überblick über Aspekte der Verfolgung von Mädchen und Frauen als „asozial“ Stigmatisierte. Lernmaterialen unterstützen Lehrkräfte bei der Integration der Ausstellung in den Unterricht. Die Ausstellung steht nun auch online zur Verfügung.

Die Ausstellung „asozial“ thematisiert die Verfolgung von Mädchen und Frauen als „asozial“ Stigmatisierte: Sie geht auf die Begrifflichkeiten, die dominanten Zuschreibungen, die rechtlichen Grundlagen, die behördlichen Strukturen und auf die Bedingungen der Haft in Konzentrationslagern ein. Auf insgesamt 14 Tafeln zeigt die Ausstellung so die Verfolgung von Frauen als „Asoziale“ im Nationalsozialismus und Kontinuitäten von Stigmatisierungs- und Marginalisierungsprozessen in der Nachkriegszeit bis heute. Dabei setzt sich die Ausstellung auch mit dem Umgang mit vermeintlich „Anderen“ auseinander. Die Ausstellung ist nun auch online zugänglich: Zur Online-Ausstellung

 

Unterrichtsmaterialen zur Wanderausstellung

Unterstützend für die Einbindung der Ausstellung in den Unterricht wurden verschiedene Unterrichtsmaterialien erstellt. In sieben Themenheften sind die wichtigsten inhaltlichen Schwerpunkte der Ausstellung für SchülerInnen ab der 8. Schulstufe aufbereitet. Darüber hinaus stehen zwei Workshopkonzepte zur Verfügung, die sich jeweils spezifisch an die Sekundarstufe 1 und 2 richten.

Die Ausstellung bezieht sich ausschließlich auf österreichische Quellen und nimmt die damalige sowie aktuelle (politische) Situation in Österreich in den Fokus, weswegen sich die Auseinandersetzung mit der Ausstellung sowie der Einsatz der Materialien besonders für österreichische Schulen eignet.

Die Unterrichtsmaterialen stehen kostenlos zum Download zur Verfügung. - Link

 

Konzeption  

Konzipiert wurde die Ausstellung von Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr vom Institut für Konfliktforschung. Die beiden Sozialwissenschafterinnen präsentieren mit der Ausstellung die Erkenntnisse ihrer Forschung und haben diese zur Vermittlung an Jugendliche aufbereitet. Als Ausgangspunkt für die Ausstellung diente, so die Erstellerinnen, ihre Publikation »Arbeitsscheu und moralisch verkommen«. Verfolgung von Frauen als »Asoziale« im Nationalsozialismus (mandelbaum Verlag).  Darüber hinaus bündelten sie ihre Forschungsergebnisse in einer Publikation zur weiteren thematischen Vertiefung:  »Stigma Asozial. Geschlechtsspezifische Zuschreibungen, behördliche Routinen und Orte der Verfolgung im Nationalsozialismus.« (mandelbaum Verlag)

Warum fokussiert sich die Ausstellung auf Frauen? Dazu erklären die Erstellerinnen in der Konzeptbeschreibung ihrer Ausstellung: „Über weibliche Geschichte ― auch im Kontext Konzentrationslager ― ist das Wissen nach wie vor geringer als über die männlichen (normativ gesetzten) Erfahrungswelten. Das gilt besonders für lange Zeit generell vernachlässigte/tabuisierte Häftlingsgruppen wie eben diejenige der „Asozialen“, aber auch die sogenannten Kriminellen oder die aufgrund ihrer Homosexualität Verfolgten.“

 

Ansprechpartnerin zur Ausstellung und den Begleitmaterialien:

Brigitte Halbmayr
Institut für Konfliktforschung
T: +43 1 713 16 40
brigitte.halbmayr@ikf.ac.at

Erstellt am 2022-09-19T13:08:32+01:00, zuletzt geändert 2022-09-27T17:45:17+01:00