Wie auf Antisemitismus in der Schule reagieren? Themenpakete Antisemitismus

Diese Sammlung empfohlener Lernmaterialien bietet konkrete Hilfestellungen, wie LehrerInnen auf gegenwärtige Formen und Formulierungen des Antisemitismus mittels antisemitismuskritischer Bildungsarbeit reagieren können. Es handelt sich hier auch um pädagogische Angebote für die sogenannte „sekundäre Prävention“, d.h. wenn es im Unterricht oder im schulischen Umfeld zu antisemitischen Artikulationen bzw. Vorfällen gekommen ist.

Antisemitismus in der Schule bearbeiten

Weil es bei Antisemitismus wesentlich um Einstellungen und Weltbilder geht, braucht die Bearbeitung Zeit und Kontinuität. Dafür bildet die Schule einen passenden Rahmen. In der Schule können verschiedene Formen der Präventionsarbeit beginnen, die sich dennoch immer an alle und nicht nur an bereits radikalisierte Jugendliche richten. Der Antisemitismus, dem wir in der Schule begegnen, ist nur selten Teil eines geschlossenen Weltbilds  bzw. einer verfestigten politischen Haltung, sondern artikuliert sich meist durch antisemitische Stereotype und (Erzähl-)Fragmente, die in der Alltagskommunikation verwendet werden.

In vier Themen- und Handlungsfeldern werden Lernmaterialien, schulspezifische Handreichungen, Webtools und thematisch vertiefende Texte vorgestellt und kurz kommentiert. Die Texte befassen sich mit Grundlagen antisemitismuskritischer Bildungsarbeit, mit fachdidaktischen Konzepten und mit Erfahrungen im pädagogischen Feld. Die gesammelten Lernmaterialien sind alle in den letzten Jahren entstanden und von unterschiedlichen Institutionen im deutschsprachigen Raum veröffentlicht worden. Ziele einer antisemitismuskritischen Bildungsarbeit und der Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus im schulischen Rahmen sind insbesondere folgende:

  • Sensibilität und empathisches Verständnis von Diskriminierung und Ausgrenzung (Othering-Prozessen) und ihrer gesellschaftlichen Funktionen;
  • die Dekonstruktion von Verschwörungstheorien;
  • die Solidarität mit Zielgruppen von Antisemitismus und Rassismen im Sinne einer universellen Menschenrechtsbildung;
  • Angebote zu Deutungen, in denen antisemitische Stereotype, Vorurteile und Ideologien als solche entlarvt werden;
  • die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Lernenden gegen Antisemitismus, Rassismus und andere Formen von Intoleranz;
  • die Anerkennung einer gesellschaftlichen Vielfalt, des Judentums als einer von vielen Religionen und Israels als demokratischem Staat;
  • eine Werte- und Handlungsorientierung, die zur individuellen und kollektiven Handlungsfähigkeit gegen Antisemitismus befähigt.



Lehrpersonen sollen in der Ausbildung besser darauf vorbereitet werden, um gegen Antisemitismus unterrichten zu können

Neuerlicher Anstieg von antisemitischen Vorfällen in Österreich: Im Jahr 2019 wurden 550 antisemitische Vorfälle der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) bzw. dem „Forum gegen Antisemitismus“ gemeldet. Lesen Sie hier den gesamten bericht: - Link

Aktuelle Berichte zu Antisemitismus in Österreich finden Sie hier: - Link

Auf Antisemitismus sofort reagieren

Didaktische Interventionen und Präventionsangebote brauchen meist Vorlaufzeiten und sind nicht ad hoc einsetzbar. Dennoch sind sofortige Reaktionen auf antisemitische Aussagen bzw. Handlungen unverzichtbar. Die antisemitische Aussage oder Handlung muss dabei genau erkannt und benannt werden. Am Beginn jeder Intervention stehen die Stärkung und der Schutz von Betroffenen (unabhängig davon, ob diese anwesend sind), die Solidarität mit jenen, die sich gegen die antisemitische Tat oder Äußerung stellen und Haltung zeigen sowie eine unmissverständliche Positionierung der PädagogInnen.

In der Auswahl einer didaktischen Intervention sind die Motive der Sprechenden zu ergründen. Antisemitismus kann in vielfacher Form auftreten:

  • als gefestigte Ideologie in einer geschlossenen Weltanschauung;
  • als nicht ideologisch geformtes Fragment;
  • als (unbewusste) antisemitische Stereotype;
  • als Teil einer jugendkulturellen Rhetorik oder als gezielte Provokation.

Wesentlich bei der didaktischen Intervention ist, dass es um Kritik und nicht Entlarvung der sprechenden Person geht. Antisemitismus als Artikulation und Problem soll nicht in den sprechenden Personen individualisiert (oder diese gar als VertreterInnen einer Gruppe angesprochen) werden, sondern die Sprechakte sollen zum Thema gemacht werden:

  • Nicht die Person, sondern deren Position kritisieren.
  • Dabei das Gefühl vermitteln, alles äußern zu dürfen, ohne Angst vor moralischer Zurechtweisung oder Belehrung.
  • Dennoch klar machen, dass es Grenzen gibt – und diese sind zu begründen.

Themenpakete

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