Gespräch anlässlich des int. Holocaust-Gedenktages: Peter Huemer mit Wolf Biermann

Aus Anlass des Internationalen Holocaust-Gedenktages veranstaltet das Psychosozialen Zentrums ESRA, das u.a. NS-Überlebende betreut, eine Podiumsdiskussion. Der Erlös dieser Benefizveranstaltung kommt der Arbeit von ESRA zugute. Ort: Stadtsaal, 1060 Wien, Mariahilferstraße 81.
  • Wann 26.01.2020 von 10:00 bis 12:00 (CET / UTC100)
  • Wo oesterreich
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Wie kaum ein anderer verkörpert Wolf Biermann ein Stück deutsche Zeitgeschichte. Sein Name ist untrennbar mit dem der DDR verbunden, er wurde zum Symbol des Widerstandes gegen eine Diktatur, die mit allen Mitteln versuchte, kritische Künstler und Künstlerinnen zum Schweigen zu bringen. Seine Ausbürgerung aus der DDR im Jahre 1976 löste eine ungeahnt große Protestwelle aus und markiert bis heute für viele Menschen den Anfang vom Ende der DDR.

 

Am 26. Jänner 2020 wird der Dichter, Liedermacher, Sänger, Autor, Bürgerrechtsaktivist und Zeitzeuge Gesprächspartner von Peter Huemer bei einer Matinee des Psychosozialen Zentrums ESRA im Stadtsaal sein. Wolf Biermann wird das Gespräch auch musikalisch einleiten.

 

Wolf Biermann wurde 1936 in einer kommunistischen Hamburger Arbeiterfamilie geboren und verbrachte seine frühe Kindheit unter der NS-Diktatur. Sein Vater, der Jude war, wurde verhaftet und 1943 in Auschwitz ermordet. Wolf Biermann übersiedelte mit 17 Jahren in die DDR und begann ab 1960 Gedichte zu schreiben und Lieder zu komponieren. Mit der Zeit wurde er zum schärfsten und bekanntesten Kritiker der Parteidiktatur der SED. Die Stasi überwachte ihn rund um die Uhr, verwanzte seine Wohnung, bespitzelte sein Privatleben. 1965 erhielt er ein unbefristetes Auftritts- und Publikationsverbot in der DDR. 1976 durfte er nach einem Konzert im Köln nicht mehr in die DDR zurück.

Wolf Biermann wurde mit vielen großen deutschen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter der Fontane-Preis (1969), der Friedrich Hölderlin Preis (1989), der Mörike-Preis (1991), der Georg Büchner Preis (1991), der Heinrich Heine Preis (1993) oder der Ernst Toller Preis (2018). Seine Gedichtbände wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, seine Konzerte gab er in vielen Ländern der Welt. Er mischt sich auch immer wieder in die Tagespolitik ein – sowohl durch seine scharfzüngigen und provokanten Essays wie auch mit vielbeachteten Reden im Berliner Bundestag.

 

Peter Huemer ist Historiker und Publizist in Wien. Er begründete die Reihe Im Gespräch im ORF-Hörfunk, die er von 1987 bis 2002 leitete.

 

Kartenpreise:

Kategorie 1: € 22,00; Kategorie 2: € 15,00

Karten zu dieser Vorstellung sind direkt beim Stadtsaal erhältlich: www.stadtsaal.com

 

Der Erlös dieser Benefizveranstaltung kommt der Arbeit des Psychosozialen Zentrums ESRA zugute und ermöglicht die Betreuung von Menschen, die außerhalb von Wien leben, z.B. aus Österreich vertriebene NS-Überlebende.

Sonntag, 26. Jänner 2020, 11.00 Uhr

Stadtsaal, 1060 Wien, Mariahilferstraße 81

 

Links:

Einladung: - Link

ESRA: - Link