Workshop Erinnerungssubkulturen

Call for Participation. Erinnerungssubkulturen - Interdisziplinärer Workshop an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Österreich am 20. März 2015
20.03.2015  |  09:00  -  17:00   |  

Wie und woran sich Menschen erinnern, ist beeinflusst von der Erinnerung anderer Menschen, mit denen sie sich über Vergangenes austauschen. Ihr Diskurs gewinnt dabei eine solche Kohärenz, dass die Erforschung kollektiver „Gedächtnisse“ vielen Wissenschaftler_innen verschiedener Disziplinen lohnend erschien und erscheint. Kleinen und großen Gruppen wurde bescheinigt, eine gemeinsame Erinnerungskultur zu pflegen und dadurch zu Erinnerungsgemeinschaften zu werden. In der jüngeren Forschung ist das Bewusstsein dafür, dass die Erinnerungen solcher Erinnerungsgemeinschaften miteinander in Konflikt stehen bzw. sich widersprechen können, gewachsen. Jedoch ist umstritten, wie man diesen Befund deuten soll: Gibt es eine gemeinsame (zum Beispiel Kärntner, europäische, „globale“) Erinnerungskultur, die verschiedene Erinnerungssubkulturen umfasst? Oder stehen sich verschiedene Erinnerungskulturen voneinander abgeschlossen und unvereinbar gegenüber („Gegenerinnerung“)? Der Begriff „Erinnerungssubkulturen“ wird bisher kaum verwendet. Wir möchten im Workshop sein analytisches Potential anhand konkreter Beispiele für Erinnerungsdiskurse ausloten. Er weist erstens auf die Bedeutung sozialer, politischer und generationeller Milieus für die Herausbildung von Erinnerungsgemeinschaften hin. Zweitens hat er die ungleiche Verteilung von Machtressourcen in Erinnerungskonflikten, die Marginalisierung von Erinnerungen im öffentlichen Diskurs, aber auch die Herausforderung des öffentlichen Diskurses durch nur vermeintlich marginale Erinnerungen im Blick. Ausgehend von diesen Überlegungen sollen sowohl geeignete Methoden als auch Themen aus unterschiedlichen Disziplinen im Bereich der „memory studies“ diskutiert werden. Themen könnten zum Beispiel sein: - Begriff „Kultur“, Begriff „Subkultur“ - Staatlich sanktionierte Geschichtsbilder und ihre Herausforderung durch alternative Lesarten der Vergangenheit - Marginalisierte Vergangenheit („Vergessen“) - Erinnerung und soziales Milieu - Erinnerung und Generationseinheit (speziell Erinnerung und Jugend) - Politische Dimension von Erinnerung - „Gegenerinnerungen“ und ihre Medien Über Beiträge, die Beispiele aus dem Alpen-Adria-Raum heranziehen, freuen wir uns besonders. Der Workshop findet an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt am Wörthersee, Österreich statt und bildet den Auftakt zu einem interdisziplinären Forschungsprojekt mit dem Titel Erinnerungsgemeinschaften in Kärnten. Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg im kollektiven Gedächtnis der Jugendlichen. Die Reise- und Übernachtungskosten der Teilnehmer_innen werden voraussichtlich in voller Höhe erstattet. Gefördert durch die Kulturwissenschaftliche Fakultät der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (Peer-Mentoring-Förderung). Das Forschungsprojekt wird gefördert durch den Forschungsrat der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt/Forschungsförderung der Kärntner Sparkasse, den Nationalfonds für Opfer des Nationalsozialismus und den Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank.

Wir bitten um Zusendung von Abstracts über ca. 300 Wörter bis 19. Feber 2015 an: andreas.hudelist@aau.at

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