Gedenkstätte Melk

Melk, Zweigstelle KZ Mauthausen (Niederösterreich)

Der Name der Stadt Melk wird weitgehend mit seinem Benediktinerstift gleichgesetzt, dessen barocker Bau das Stadtbild beherrscht. Dass in dieser Stadt ein nationalsozialistisches Konzentrationslager war, ist lange Zeit weitgehend unbeachtet geblieben. Vom 21. April 1944 bis 15. April 1945 bestand auf dem Gelände der Freiherr von Birago Kaserne das Konzentrationslager Melk. Es wurde innerhalb eines Jahres zum drittgrößten Außenlager des KZ Mauthausen. Bis Anfang April 1945 kamen ca. 14.000 Menschen, vorwiegend politische Häftlinge, nach Melk, Menschen aus etwa 30 Nationen waren in diesem Lager interniert, welches für die unterirdische Verlagerung von Produktionen des Steyr-Konzernes errichtet wurde. Die Steyr-Werke erfuhren zwischen 1938 und 1945 den Ausbau zum größten Rüstungskonzern auf österreichischen Gebiet. Als 1943 der Luftkrieg das Land erreichte wurden Maßnahmen zur unterirdischen Verlagerung getroffen. Nach längerer Suche fiel die Wahl des Standortes auf den geologisch und verkehrstechnisch günstig gelegnen Wachberg bei Roggendorf. Da dieser Hügel aus Quarzsand besteht erhielt das ganze unternehmen den Decknamen Quarz. Der größte Teil der Häftlinge des Lagers Melk war im Stollenvortrieb Quarz tätig. Die Häftlinge wurden von der SS an die dort tätigen Baufirmen vermietet. Das hohe Arbeitstempo, die mangelnde Ernährung und Bekleidung, lange Wartezeiten beim Transport von und zur Baustelle, häufige Arbeitsunfälle und Misshandlungen sowie die brutale Vorgangsweise führten zur raschen Entkräftung und zum Tod vieler Häftlinge. Innerhalb eines Jahres starben im KZ Melk über 4800 Menschen, weitere 1400 wurden im selben Zeitraum als krank und arbeitsunfähig nach Mauthausen zurückgeschickt, wo der größte Teil umkam. Im April 1945 wurde das Melker Lager von den herannahenden alliierten Truppen evakuiert, die Häftlinge nach Mauthausen bzw. Ebensee gebracht. Auch auf dem Weg dorthin starben viele bzw. wurden umgebracht, nur wenige hatten das Glück, Anfang Mai befreit zu werden. Die 1992 auf Initiative von Dr. Bertrand Perz in der Gedenkstätte (ehemaliges Krematorium) eröffnete Ausstellung zeigt anhand von Fotos, Dokumenten und Objekten sowohl die wirtschaftlichen Hintergründe, die zur Errichtung des Lagers geführt haben, als auch das Leben, Leiden und Sterben der Häftlinge.

Öffnungszeiten

Do bis So 10 – 14 Uhr oder auf Anfrage bei Frau Blak, +43 (0)2752 / 51888.

Ansprechpartner und Kontakt

Schießstadtweg, 3390 Melk/D.
http://www.mkoe.at/

Frau Blak +43 (0)2752 / 51888
Stadtgemeindeamt Melk 3390 Melk/D.

Krematorium des ehemaligen KZ Melk
Krematorium des ehemaligen KZ Melk
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