Museum Peršmanhof

Gedenkstätte – Museum Peršmanhof (Kärnten)

Am 25. April 1945 wurde der abgelegene Peršmanhof – einer der größten Bauernhöfe der Umgebung und zentraler Stützpunkt für den PartisanInnenwiderstand gegen das NS-Regime – zum tragischen Schauplatz einer der letzten NS-Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung auf Kärntner Boden. Elf Angehörige der kärntner-slowenischen Bauernfamilie Familie Sadovnik und Kogoj – vom Kleinkind bis zur Greisin – wurden nach der überstürzten Flucht der am Hof lagernden PartisanInnen von Männern des SS- und Polizeiregiments 13 erschossen, der Hof anschließend in Brand gesteckt. Vier Kinder überlebten das Massaker zufällig, drei davon schwer verletzt.

Die Ermittlungen zu diesem Kriegsverbrechen, die seit 1946 seitens des Klagenfurter Volksgerichtes geführt worden waren, wurden 1949 aus bisher ungeklärten Gründen eingestellt. Gegen die Täter des SS- und Polizeiregiments 13, die als „Spezialisten“ in der Partisanenbekämpfung bereits in Russland eine blutige Spur hinterlassen hatten, kam es nie zu einem ordentliches Verfahren.

In der lokalen Bevölkerung blieb das ungesühnte Verbrechen eine offene Wunde, ein Tabuthema und darüber hinaus ein blinder Fleck in der regionalen und österreichischen Geschichtsschreibung.

Seit Beginn der 1980er Jahre gibt es am Peršmanhof neben den alljährlichen Gedenkfeiern ein kleines Museum, das die Geschichte des antifaschistischen Widerstandskampfes - in Kärnten irreversibel mit der kärntner-slowenischen Minderheit verbunden – ebenso wie das Massaker am Peršmanhof dokumentiert.

Allerdings: Das Verbrechen beim Peršman ebenso wie der Themenkomplex rund um den antifaschistischen Widerstand blieb in Kärnten im wahrsten Wortsinn ein „Minderheitenthema“ – der Widerstand gegen das NS-Regime blieb in der regionalen, politischen und gesellschaftlichen Einschätzung ein „Heimatverrat“.

Öffnungszeiten

Aufgrund der Lage in einem hochgelegenen Seitental nahe bei Bad Eisenkappel/Železna Kapla ist ein Besuch des Peršmanhofes meist nur während der Monate Mai-Oktober möglich.

Erstes Wochenende im Mai bis letztes Wochenende im Oktober,
Freitag-Sonntag: 10:00 bis 17:00

Oder gegen Voranmeldung unter der Telefonnummer: +43 (0)664 / 4891776

Anmeldungen / Kosten / Unterbringungsmöglichkeiten:
Bad Eisenkappel/Železna Kapla bietet als Ferien- und Tourismusregion viele Möglichkeiten der Unterbringung in unterschiedlichen Preiskategorien.

Die Terminabsprache bzw. Anmeldung für den Besuch am Peršmanhof erfolgt über eine einfache Kontaktaufnahme - entweder über die angegebenen Telefonnummern oder über unsere Homepage.

Ansprechpartner und Kontakt

Koprein-Petzen /Podpeca 3, 9135 Bad Eisenkappel /Železna Kapla
Tel. +43 (0)4238/ 25069 (Peršmanhof: an Wochenenden während der Öffnungszeiten),
ansonsten +43 (0)664 / 4891776
gblohber@edu.uni-klu.ac.at
www.persman.at

Mag.ª Gudrun Blohberger

Anfahrt: Aufgrund der abgeschiedenen Lage des Peršmanhofs ist eine Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln leider nicht möglich. Wer nicht wandern will, ist auf Bus oder PKW angewiesen.

Zielgruppe

An zeitgeschichtlicher und politischer Bildung interessierte Jugendliche und Erwachsene.

Bei Gruppenexkursionen ist es sinnvoll, das Programm im Vorfeld abzusprechen, um besondere Interessensschwerpunkte berücksichtigen zu können.

Informationsmaterial, das als Einstieg in die Thematik verwendet werden kann, finden Sie auf unserer Homepage www.persman.at.

Vertiefende Literatur und Material bzw. Unterstützung und Beratung für ein themenbezogenes Projekt kann bei rechtzeitiger Anfrage bereitgestellt werden.

Unterlagen

Neuere wissenschaftliche Publikation zum Thema:
RETTL, Lisa: PartisanInnendenkmäler. Antifaschistische Erinnerungskultur in Kärnten. Studienverlag. Innsbruck 2006

Neuere literarische Publikation zum Thema:
VENNEMANN, Kevin: Mara Kogoj. Suhrkamp Verlag. Frankfurt 2007

Weiters: Berichte von ZeitzeugInnen, Interviewmaterial und Informationen auf der Homepage www.persman.at

Trägerinstitution

Trägerinstitution der Gedenkstätte am Peršmanhof ist der Verband der Kärntner Partisanen. 2001 wurde der Društvo/Verein Peršman gegründet, der seitdem den Verband der Kärntner Partisanen bei der Betreuung der Gedenkstätte - insbesondere bei der Vermittlungsarbeit - unterstützt, aber auch Perspektiven für die zukünftige Gestaltung des Peršmanhofes als Erinnerungs- und Gedenkort erarbeitet. Im Vereinsvorstand des Društvo/Verein Peršman sind Kunst- und Kulturschaffende, WissenschafterInnen und LehrerInnen vertreten. Daraus ergibt sich eine enge Zusammenarbeit mit der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, mit Schulen und in verschiedenen Bereichen auch mit KünstlerInnen. Die Vorstandsmitglieder engagieren sich ehrenamtlich. Projekte werden mit Unterstützung von öffentlichen Stellen durchgeführt, beispielsweise wurde eine Konzepterstellung zur Neugestaltung des Museums am Peršmanhof durch den Nationalfonds der Republik Österreich oder ein Jugendbegegnungsprojekt mit der KZ-Gedenkstätte Moringen in Deutschland durch die EU gefördert.

Arbeitsschwerpunkte

  1. Der wissenschaftliche Arbeitsschwerpunkt liegt vor allem in der Neugestaltung des Museums, die sich sowohl an zeitgemäßen geschichtswissenschaftlichen und methodisch-didaktischen Konzepten der Museumsgestaltung orientiert und bis zur Realisierung zentrales Anliegen des Vereins bleibt.
  2. Ein wesentliches Arbeitsfeld bezieht sich auf Öffentlichkeits- und Vermittlungsarbeit, die das Museum bzw. die Gedenkstätte Peršmanhof als Lern- und Erfahrungsort im Sinne zeitgeschichtlicher politischer Bildung – etwa als Exkursionsziel für SchülerInnen und LehrerInnen - etablieren sollte.
  3. Kulturelle Vermittlungsarbeit soll verstärkt in das Gesamtkonzept der Gedenkstätte/Museum Peršmanhof integriert werden. Wesentliche Impulse wurden bisher etwa durch das auf das Peršmanverbrechen bezogene Theaterstück Elf Seelen für einen Ochsen/Enajst duš za enega vola gesetzt, (Text und Regie: Tina Leisch), das zunächst im Rahmen des Festivals der Regionen in Oberösterreich produziert und erfolgreich uraufgeführt, im Herbst 2003 auch in Kärnten, u.a. auch in Eisenkappel/Železna Kapla gespielt wurde.
  4. Mitorganisation der jährlichen Gedenkfeier und Organisation anderer kultureller Veranstaltungen.

Betreuungsangebot

Während der Öffnungszeiten an den Wochenenden von Mai bis Oktober steht für BesucherInnen eine mit der Materie vertraute Kustodin bzw. ein Kustos zur Verfügung.

Für Gruppenbesuche (gegen Voranmeldung) bieten wir die Möglichkeit professioneller Geschichtsvermittlung, die vor allem von Vorstandsmitgliedern des Društvo/Verein Peršman durchgeführt wird. Auf Wunsch können auch ZeitzeugInnen, ehemalige PartisanInnen und Überlebende der NS-Gewaltherrschaft, in das Programm miteinbezogen werden.

Das Betreuungsangebot ist grundsätzlich flexibel und orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und Interessenslagen der BesucherInnen, auf die seitens der BetreuerInnen gerne eingegangen wird.

Gedenkstätte Museum Persmanhof
Gedenkstätte Museum Persmanhof
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