Film: „Jenseits des Krieges“ von Ruth Beckermann

09.04.2019  |  19:00  -  21:00   |  

Weißgekachelte Räume, Neonlicht, an den Wänden Schwarzweiß-Photographien der Ausstellung Vernichtungskrieg über die Verbrechen der Wehrmacht an der Ostfront. Vor diesem Hintergrund drehte Ruth Beckermann eine Anhörung ehemaliger Soldaten über ihre Erlebnisse jenseits des normalen Krieges. Ein kompromissloser Film über Erinnerung und Vergessen.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Mythos „Saubere“ Wehrmacht? Verbrechen – Verdrängung – Aufarbeitung

Vor knapp zwanzig Jahren diskutierte ganz Salzburg über ein Thema: Die sogenannte Wehrmachtsausstellung gastierte in der Stadt. Erstmals wurden mit dieser Ausstellung Verbrechen der Wehrmacht in der Zeit des Nationalsozialismus, vor allem im Krieg gegen die Sowjetunion, öffentlich thematisiert. Die Wanderausstellung hatte seit der Erstpräsentation bereits in anderen Städten in Deutschland und Österreich für Polarisierung gesorgt. Vor allem überlebende Kriegsteilnehmer fühlten sich von der Ausstellung kollektiv angegriffen. In Salzburg spitze sich die Situation besonders zu, da der damalige Salzburger Landeshauptmann Franz Schausberger zugleich in seiner Rolle als Landespolitiker und als Historiker an der Universität Salzburg führend Position gegen die Ausstellung ergriff. Schausberger war aber bei weitem nicht alleine: PolitkerInnen von ÖVP und FPÖ, Mitglieder des Kameradschaftsbunds, Offiziere des Bundesheers und auch Teile der Medien (allen voran die Kronenzeitung) machten gemeinsam gegen die Ausstellung mobil.

Nicht zuletzt deshalb wurde die Ausstellung in Salzburg von mehr Menschen besucht als in irgendeiner anderen österreichischen Stadt. Menschen unterschiedlicher Generationen setzten sich in diesem Rahmen (teilweise zum ersten Mal überhaupt) mit den Verbrechen der eigenen Wehrmacht und damit oftmals auch der eigenen düsteren Familiengeschichte auseinander.

Mit der Veranstaltungsreihe „Saubere“ Wehrmacht? Verbrechen – Verdrängung – Aufarbeitung möchten wir die Fragen, die mit der Wehrmachtsausstellung öffentlich im größeren Rahmen diskutiert wurden, 20 Jahre später noch einmal aufgreifen und analysieren, ob und wie sich der Blick auf die Wehrmacht seit dem entwickelt hat.

Termin: 9. April, 20:00 Uhr
Ort: Shakespeare, Hubert-Sattler-Gasse 3

Eintritt frei!

Veranstaltungsplakat
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