Ausstellung: Die Kunst der Anpassung. Steirische KünstlerInnen im Nationalsozialismus
In der 2001 gezeigten Ausstellung „Moderne in dunkler Zeit. Widerstand, Verfolgung und Exil steirischer Künstlerinnen und Künstler 1933 – 1945“ wurde schlagartig bewusst gemacht, welche vernichtenden Auswirkungen die Kunstpolitik auf die fortschrittliche und kritische, aus NS-Sicht „entartete“ Künstlerschaft hatte. In der letztjährigen Ausstellung „unsichtbar. NS-Herrschaft: Verfolgung und Widerstand in der Steiermark“ wurde das konkrete Funktionieren des Nationalsozialismus innerhalb enger Handlungsspielräume nachgezeichnet.
In der Ausstellung „Die Kunst der Anpassung“ sollen die Verhaltensweisen jener Künstler nachgezeichnet werden, die sich nach dem „Anschluss“ 1938 auf die Seite der Nationalsozialisten gestellt haben beziehungsweise die jahrelang selbst treibende Kräfte der NS-Bewegung in der Steiermark waren.
Die Ausstellung zeigt neben Arbeiten, die auf eine „innere Emigration“ schließen lassen können, auch eindeutig programmatische Werke derselben Künstler: martialisch-pathetischen Heroenkult wie explizit nationalsozialistische Propaganda. Sie belegt auf Basis des aktuellsten Forschungsstandes mit vielen Dokumenten der Unterwerfung die intensive Kollaboration vieler steirischer Künstler und Kunstorganisationen mit den Nationalsozialisten. Und sie macht auch erschreckend deutlich, wie die Integration der eben noch führertreuen Künstler in das steirische Kunstgeschehen der Nachkriegsgesellschaft fast bruchlos erfolgte.
Eine Ausstellung des stadtmuseumgraz und der Neuen Galerie am Universalmuseum Joanneum

