Buchpräsentation: 1938. Der Anschluss in den Bezirken Tirols

Schwerpunkt: Der Anschluss im Bezirk Imst. Veranstaltung im Städtischen Museum im Ballhaus
26.03.2018  |  19:00  -  20:30   |  

Begrüßung: Kulturstadtrat Christoph Stillebacher

 

 

Rainer Hofmann und Astrid Schuchter stellen die Racheaktionen ehemals illegaler Nationalsozialisten an Exponenten des gestürzten austrofaschistischen Regimes in Imst in den Mittelpunkt ihres Beitrags.

Bereits am Abend des 11. März 1938 waren sie mit Beschimpfungen, Fußtritten, Faustschlägen und nächtlichen Überfällen gegen ihre politischen Gegner unter Beifall einer johlenden Menge vorgegangen. In einer neuerlichen Verhaftungswelle einige Tage später brachten die lokalen Nazis ihre Feinde in einem LKW mit offenem Verdeck nach Innsbruck, damit Parteigenossen und Schaulustige die Gelegenheit hatten, sie zu verspotten. Sie nutzten die Gunst der Stunde, um Angehörige der ehemaligen Elite zu erpressen und sich zu bereichern.

Höhepunkt der Wochen der Anarchie waren organisierte Ausschreitungen Ende April 1938. Bei diesem „Volksfest der niederen Instinkte“ jagten Parteimitglieder unter aktiver Beteiligung von Volks- genossinnen und Volksgenossen in einem wohlinszenierten Spektakel acht 50- bis 60-jährige Staatsbeamte durch die Stadt Imst, um sie zu bespucken, zu verhöhnen, zu demütigen und zu schlagen. Während Nationalsozialisten ihre Schandtaten eines „gesunden Volksempfindens“ fotografisch festhielten, mussten die Opfer unter Tritten und Fausthieben Tafeln mit Aufschriften wie „Freikarte nach Dachau“, „Ich bin ein Schwein und gehöre nach Dachau“ oder „An den Galgen“ mit sich tragen.

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