OSTATNI ETAP / DIE LETZTE ETAPPE

Vor 70 Jahren begann mit dem Einmarsch der deutschen Truppen in Polen der 2. Weltkrieg. kinovi[sie]on möchte erinntert daran, dass Widerstand auch "weiblich" war und präsentiert OSTATNI ETAP / DIE LETZTE ETAPPE der polnischen Filmemacherin und KZ-Überlebenden Wanda Jakubowska. Veranstaltungsort: LEOKINO, Anichstrasse 36, Innsbruck Ticketreservierung: 0512/ 560470
08.10.2009  |  19:00  -  21:00   |  

OSTATNI ETAP / DIE LETZTE ETAPPE                     R: Wanda Jakubowska

OSTATNI ETAP behandelt das Schicksal von Frauen im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Im Zentrum steht Marta Weiss, Jüdin und Kommunistin aus Polen, die zunächst der Ermordung im KZ entkommt, da sie als Übersetzerin gebraucht wird. Sie schließt sich einer Widerstandsgruppe an, zu der auch andere Frauen gehören: die russische Ärztin Evgenija, die unter dem Verdacht des Widerstandes gefoltert und ermordet wird, die deutsche Kommunistin Anna sowie Helena, die eine französische Gefangene im Krankenlager versteckt. Kurz vor der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee wird Marta nach einem Fluchtversuch gefasst und zu Tode verurteilt.
            Die vielfach ausgezeichnete Regisseurin Wanda Jakubowska und ihre Co-Autorin Gerda Schneider überlebten die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Ravensbrück. Jakubowska fasste noch während ihrer Internierung den Entschluss, einen Film über die erlebten Gräuel zu drehen. "Dem Wunsch, einen Film über das Lager in Auschwitz zu machen, verdanke ich höchstwahrscheinlich, dass ich überhaupt noch lebe. Er behütete mich davor, Auschwitz nur subjektiv zu erleben, und erlaubte mir später, alles, was mich damals umgab, als eine besondere Art von Dokumentation zu behandeln." (Wanda Jakubowska). OSTATNI ETAP wurde 1947/1948 an Originalschauplätzen in Auschwitz-Birkenau realisiert. KünsterlInnen des Polnischen Theaters wirkten ebenso mit wie LaiendarstellerInnen: EinwohnerInnen von Oswiecim (Auschwitz) und ehemalige KZ-Gefangene, die sowohl weibliche Häftlinge als auch ihre deutschen PeinigerInnen darstellten. (vgl. www.dhm.de, Deutsches Historisches Museum) Die von Jaku!
 bowska gewählte filmische Herangehensweise - sie baute in ihren Spielfilm dokumentarisches Bildmaterial der Roten Armee ein - lässt ihren Film fast wie ein Zeitdokument wirken: DIE LETZTE ETAPPE zeigt die Nazi-Verbrechen, beschreibt die stattgefundene Gewalt und Ängste ebenso wie Anpassung und Kollaboration, berichtet aber auch von der Solidarität und dem Überlebenswillen der internierten Frauen.
OSTATNI ETAP ist einer der ersten Filme, die sich mit dem Holocaust auseinandersetzen und diente nachfolgenden Filmen als Vorlage, "[...] doch hat bis heute kein Film jene Unmittelbarkeit, jene Nähe zum Geschehen und zum Schicksal der weiblichen Häftlinge darstellen können wie Wanda Jakubowskas Film." (www.filmarchiv.at)
Auszeichnungen: Bester Film - Filmfestival Karlovy Vary 1948; Nominierung für den BAFTA Award 1950 (British Academy)
 
Polen 1948; Regie: Wanda Jakubowska; Buch: Wanda Jakuboswska, Gerda Schneider; Kamera: Borys Monastyrski; Musik: Roman Palester; Mitwirkende: Barbara Drapinska (Marta), Tatjana Górecka (Evgenija), Antonina Górecka (Anna), Wanda Bartówna (Helena), Aleksandra Slaska (Oberaufseherin), Edward Dziewonski (Lagerarzt), u.a.m. (35mm; 1:1,37; s/w; mono; 107 min; polnische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
 
Ausführlichere Infos unter: www.kinovisieon.at

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