Salzburg: Denkmäler, die an die NS-Vergangenheit erinnern
Das Denkmal ist den Opfern des Holocausts gewidmet.
Es stellt den Oberkörper eines Menschen von den Schultern über das Schlüsselbein, den Hals bis zum Kinn, den Wangen und einem zerbrochenen Kopf dar. Der ganze Körper zeigt Risse auf, welche den Identitätsverlust, die Hoffnungslosigkeit und das Zerbrechen der Menschen an der harten, unmenschlichen und tödlichen Arbeit in den Konzentrationslagern, darstellen sollen.
Inmitten des hohlen, zerbrochenen Kopfes liegen frische Blumen, die wir als Zeichen der Menschlichkeit hineingelegt haben. Sie sollen ein Bild der Hoffnung, Erinnerung und Solidarität mit allen Menschen darstellen. Die Figur hat kein definiertes Gesicht oder Geschlecht, denn die NS-Verbrechen haben viel zu viele Opfer aus verschiedenen Menschengruppen gefordert.
Wir haben dieses Denkmal kreiert, um die Aufmerksamkeit darauf zu richten, dass immer noch tagtäglich Menschen durch Völkermorde sterben. Wir dürfen nie vergessen. Denn nie wieder ist jetzt.
Chiara und Esther
Dieses Denkmal steht für alle Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges in Konzentrationslagern ermordet wurden.
Hierbei steht das umgedrehte Dreieck für die Abzeichen bzw. Winkel der Häftlinge. Die dunkelrote Farbe symbolisiert die Grausamkeit, all das Blut, welches vergossen wurde. Die Augen verbildlichen – als Ketten um das Dreieck – wie viele Menschenbei diesen Verbrechen weggesehen haben und sich auch heute noch blind stellen, sogar die Ereignisse der Vergangenheit leugnen. Sie fordern auf, nicht wegzusehen, nicht zu vergessen.
Elena und Alina
Denkmal für vergessene Opfergruppen
Die fünfseitige Pyramide stellt auf den Kopf gedrehte Winkel, welche zur Kennzeichnung der Gefangenen in Konzentrationslagern verwendet wurden, dar. An sich soll das Denkmal an alle erinnern, die unter dem nationalsozialistischen Regime leiden mussten, soll jedoch besonders Aufmerksamkeit auf Opfergruppen richten, die im Kontext des NS-Herrschaft öfters vergessen werden.
Dabei ist jede Seite einer bestimmten Gruppe gewidmet und versucht diese durch positive Symbole zu bestärken , während der Satz „Wir erinnern an die Vergessenen“ klar und wörtlich zu verstehen ist, um der Opfer zu gedenken.
Die erste Seite fokussiert auf Frauen, welche im Zuge der Diktatur zwangsprostituiert wurden. Sie wird durch das Symbol der Venus gekennzeichnet, da dieses gerne in feministischen Bewegungen verwendet wird.
Darauf folgt eine Seite zur queeren Community, die durch ein Symbol zu verschiedenen Geschlechtsidentitäten repräsentiert wird.
Anschließend machen wir auch auf die Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen aufmerksam, deren fehlende Rechte durch einen Richterhammer neben einer Arbeitstasche verbildlicht wird.
Sogenannte „Asoziale“ schließen wir innerhalb unseres Kreises ein, um Gemeinschaft und Zusammenhalt zu verdeutlichen, um zu zeigen, dass wir heute niemanden mehr am Rande der Gesellschaft stehen lassen wollen.
Der Satz schließt mit einer weißen Rose ab. Diese soll nicht nur für alle Widerstandskämpfer und -kämpferinnen stehen, denen wir einen großen Dank schulden, sondern auch für alle zuvor erwähnten Gruppen, um zu unterstreichen, dass qwir auch in solch furchtbaren Zeiten Regimen vereint entgegenstehen müssen.
Julia und Hanna
Denkmal an Zivilopfer
Dieses Denkmal ist an Zivilopfer, die im Krieg durch Bombenangriffe ihr Eigentum und ihre Familienmitglieder verloren haben, gerichtet. Es soll das Ausmaß der Zerstörung zeigen, die viele Familien getroffen hat und einen Neuanfang im Leben erzwungen hat. Der Fokus bei den Mahnmälern des 2. Weltkrieges liegt oft auf den gefallenen Soldaten, doch dabei werden die Probleme, mit denen die Bürger und Bürgerinnen in der Heimat konfrontiert wurden, meist außer Acht gelassen. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, ein von Bomben zerstörtes und vom Feuer vernichtetes Haus darzustellen, um auf die großen Schäden an der Zivilbevölkerung, an welche fast nie erinnert wird, aufmerksam zu machen, Das Denkmal wurde auf einer Spanplatte angefertigt und besteht aus Ton. Ausgeschmückt haben wir die Ton-Konstruktion mit angebrannten Holzbalken, um den Dachstuhl darzustellen. Außenherum wurde ein Zaun aufgestellt und um das Gebäude herum wurde Erde ausgestreut. Zusammenfassend soll es ein zerstörtes, heruntergebranntes Haus zeigen, das eine Familie unrechtmäßig verloren hat. Wir gedenken der Opfer!
Jakob und Nicolas
Denkmal für alle vom Krieg betroffenen Menschen
Albert Einstein, der für dieses Werk als Inspiration gedient hat, sowie viele andere Menschen jüdischen Glaubens, wurden während der NS-Herrschaft verfolgt und ermordet. Dieses Werk ist aber nicht nur an das Judentum oder verfolgte Wissenschaftler gerichtet, sondern an alle vom Krieg betroffenen Menschen. Die Relativitätstheorie besagt, dass extrem massereiche Objekte, z.B. Schwarze Löcher, die Raum-Zeit – hier als Gitter dargestellt – krümmen. In diesem Werk werden der Krieg und seine schwerwiegenden Folgen als Extremereignis durch die Nägel dargestellt, Sie dringen in eine an sich „heile“ Welt ein – dargestellt durch die Leichtigkeit der Watte –, und „beulen“ so unsere Welt, gleich eines Schwarzen Loches, aus.
Lara H.
Getrennt durch Herkunft, verbunden durch Liebe
Sie war Deutsche. Er war Jude.
In einer Zeit wo der Hass stärker als Menschlichkeit war, fanden sie dennoch zueinander. Während die Nazis Menschen nach Herkunft und Glauben trennten, verband sie etwas das keine Gesetze verbieten konnte: Liebe. Sie lebten in einer Welt voller Angst, Verfolgung und Ausgrenzung. Doch inmitten dieser Dunkelheit hielten sie aneinander fest.
Dieses Andenken soll zeigen, dass Liebe keine Grenzen kennt, weder Religion, Herkunft noch die Ideologien einer grausamen Zeit. Es erzählt die Geschichte zweier Menschen, die trotz allem füreinander da waren. Liebe und Menschlichkeit sind größer als Hass und Bitterkeit.
Lily und Rosil
Unser Mahnmal sollte von Anfang an Mitgefühl und Dankbarkeit für jene Soldaten zeigen, die im Krieg gestorben sind, obwohl sie nicht freiwillig dort waren.
Wir haben einen schlichten Würfel gewählt, weil wir nicht das Werk als Kunstwerk zeigen und in den Vordergrund stellen wollten, sondern die Aufmerksamkeit direkt auf den Text lenken wollten. Das Kreuz auf dem Würfel soll klassisch auf Tod und Erinnerung hinweisen. Die Blumen sollen auf die Individualität und Menschlichkeit der Soldaten verweisen. Die Inschrift vorne ist der Hauptpunkt und die Grundaussage unseres Mahnmals. Im Gegensatz zu klassischen Kriegerdenkmälern, die Opfer oft im Namen von „Vaterland“ oder „Ehre“ glorifizieren, verschiebt unser Werk bewusst die Perspektive. Wir wollten diese traditionellen, kontroversen und teilweise veralteten Denkmäler hinterfragen und zugleich die Aufmerksamkeit auf die Einzelschicksale lenken. Unser Mahnmal stellt Krieg nicht als etwas Ehrenvolles oder Beeindruckendes dar, sondern als das, was es ist: schrecklich und grausam. Es soll zum Nachdenken anregen: Wem gilt eigentlich unser Andenken? Irgendwelchen abstrakten Idealen oder den Individuen und ihren Einzelschicksalen?
Louisa, Maggy, Lara B.
Mein selbstgemachtes Denkmal steht für den Tag an dem die KZ-Insassen und -Insassinnen befreit wurden
Man sieht einen Stein (steht für den Steinbruch, z.B. im KZ Mauthausen), eine Spitzhacke sowie zwei Flügel, von denen einer der beiden abgeknickt ist. Eingraviert auf der Platte steht: „27. Januar 1945 / Nach harter Arbeit endlich frei.“ Die Flügel sollen die Freiheit darstellen und der Knick die ganzen Leiden, die sie – die wenigen Überlebenden – ertragen mussten. Sehr oft war von den Konzentrationslagern der zynische Spruch „Arbeit macht frei“ aufgestellt, da die Arbeit so schwer und qualvoll war, dass die Gefangenen deswegen starben. Am 27. Januar 1945 wurden sie nach langer Zeit im KZ endlich tatsächlich befreit.
Dieses Mahnmal soll an diese Zeit erinnern, damit sie nicht in Vergessenheit gerät und sich nicht wiederholt. Menschen sollten dieser Zeit und diesem Thema mehr Aufmerksamkeit schenken.
Luisa
Mahnmal gegen die Bücherverbrennung
Unsere Tonarbeit beschäftigt sich mit der Bücherverbrennung, einem Symbol für Zensur und Unterdrückung von Wissen und Meinungsfreiheit. Durch das Verbrennen von Büchern sollten Gedanken, Ideen und Kulturen ausgelöscht werden. Der Spruch „Verba volant, scripta manent“ bedeutet „Worte verfliegen, Geschriebenes bleibt“ und zeigt, wie wichtig geschriebene Worte sind. Das Mahnmal erinnert daran, dass Wissen wie Geschichte trotz Zerstörungsversuchen weiterleben.
Nicole und Nikolina
Andenken an Mütter im Widerstand
Unser Denkmal gedenkt den Müttern im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Dazu haben wir eine Tonfigur mit Acrylfarbe angemalt, die eine Mutter darstellen soll, die ihr Kind fürsorglich und beschützend im Arm hält. Es erinnert an die starken Frauen, die einerseits Mütter waren und teilweise ohne Hilfe den Haushalt führen mussten, die Kinder erzogen haben und einen harten Kampf ums Überleben hatten. Dazu wehrten sie sich aktiv gegen den Nationalsozialismus.
Valentina und Tara
