Zukunft braucht Erinnerung – Denkmal & DVD Projekt

Als am 26. September 2008 in Gleisdorf das Denkmal für die ermordeten ungarischen Juden feierlich enthüllt wurde, fand ein dreijähriger Prozess unter dem Titel „Zukunft braucht Erinnerung“ seinen vorläufigen Abschluss.

Zukunft braucht Erinnerung – Denkmal & DVD Projekt

 

Als am 26. September 2008 in Gleisdorf das Denkmal für die ermordeten ungarischen Juden feierlich enthüllt wurde, fand ein dreijähriger Prozess unter dem Titel „Zukunft braucht Erinnerung“ seinen vorläufigen Abschluss.

Bereits im Gedenkjahr 2005 hat Wolfgang Seereiter sich gemeinsam mit SchülerInnen auf die Spurensuche zur Geschichte des Todesmarsches ungarischer Juden durch die Oststeiermark im April 1945 gemacht. Herausgekommen ist dabei eine DVD, die 60 Jahre danach die „Schweigstellen des öffentlichen Erinnerns“ – wie es auf der DVD heißt – gemeinsam mit den SchülerInnen thematisierte, die Interviews mit ZeitzeugInnen zum Thema gemacht haben.

Nach erfolgreicher Präsentation konstituierte sich im Februar 2006 ein unabhängiges Personenkomitee – dem neben Wolfgang Seereiter auch die beiden steirischen Netzwerkbetreiber von erinnern.at Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht angehörten – mit dem Ziel, im Jahr 2008 in Gleisdorf ein öffentliches Zeichen zur Erinnerung dieses Marsches und der Verbrechen während dieses Marsches zu errichten. Diese Gruppe führte 2006 Gespräche mit Vertretern der Gemeinde, erstellte ein Begleitprogramm für 2007/08 und präsentierte einen umfangreichen Medienkoffer für die unterrichtliche Arbeit an den Schulen, die zum künstlerischen Wettbewerb für ein Mahnmal eingeladen wurden.

Im Jahr 2007 wurde im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen – eine Exkursion nach Oberwart und Rechnitz zum Kreuzstadl, wo im April 1945 ein Massaker an ungarischen Juden verübt wurde, einem Fußmarsch entlang des Streckenabschnitts, auf dem im April 1945 ungarische Juden durch die Oststeiermark getrieben wurden und Vorträgen zur Geschichte der NS-Herrschaft im Raum Gleisdorf, zur gerichtlichen Ahndung von NS-Verbrechen nach 1945 und zum Thema des Erzählens und Schweigens über den Nationalsozialismus – und Arbeiten der SchülerInnen weiter das Thema verfolgt. Diese zweite Phase des Projektes fand schließlich seinen Abschluss durch die Jurysitzung über die 36 eingereichten SchülerInnen-Projekte, der öffentlichen Präsentation aller Entwürfe sowie der Erstellung einer weiteren DVD – 62 Jahre danach: eine Wanderung zum Gedenken an den Todesmarsch 1945.

Nachdem Ende des Jahre 2007 der endgültige Standort des Mahnmals zwischen Kulturzentrum und Altem Rathaus festgelegt worden war, wurde mit der Umsetzung des von der Schülerin Corinna Donnerer entworfenen Mahnmal begonnen und bis September 2008 abgeschlossen. Das Mahnmal – zwei Betonmauern, die sich in eine Richtung verengen und wo zwischen den Wänden am Boden der Spruch „Alles was wir tun müssen, dürfen und wollen, entsteht in unserer Vergangenheit“ steht – wurde schließlich am 26. September 2008 vom Bürgermeister der Stadt, Vertretern des Personenkomitees, Vertretern der Religionsgemeinschaften und SchülerInnen enthüllt.

 

Kontakt: w.seereiter@gmx.at