70 Jahre Spanischer Bürgerkrieg

Vor siebzig Jahren endete der Spanische Bürgerkrieg nach beinahe drei Jahren. Einige ausgewählte Materialien und Informationen finden sich hier.

"Auch ein verlorener Kampf ist nicht vergebens. Spätere Generationen lernen daraus" (Bertolt Brecht)

Vor siebzig Jahren, genauer gesagt am 1. April 1939, endete der Spanische Bürgerkrieg, der fast drei Jahre gedauert hatte.
In vielen Veröffentlichungen wird dieser Krieg als Probelauf der Faschistischen Bewegungen, Parteien und Regierungen für den Zweiten Weltkrieg gesehen. Deshalb wurden die beiden Kontrahenten, die Aufständischen wie die Republikaner, von verschiedenen Staaten, Bewegungen und Einzelpersonen mehr oder weiniger unterstützt. Menschen aus vielen Ländern, darunter auch Österreicher, kämpften auf Seiten der Republikaner, um den faschistischen Ansturm abzuwehren, der vor allem von den faschistischen Regierungen in Deutschland und Italien gefördert wurde.

Der Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges hatte nicht nur mit dem Sieg der Volksfront bei den Wahlen im Februar 1936 zu tun. Die Wurzeln lagen viel tiefer: sei es die Unzufriedenheit mit der Monarchie oder auch das für damalige Begriffe unterentwickelte Spanien an sich. Einer kleinen Machtelite, u.a. bestehend aus Großgrundbesitzern, Kirche und Militärs, stand die große Masse der Bevölkerung Spaniens gegenüber, die ein Sprachrohr für ihre Wünsche und Vorstellungen suchte und in den Parteien der Volksfront fand. Bereits am 17. Juli 1936 erhob sich das Militär unter General Franco von Marokko aus gegen die republikanische Regierung – unterstützt von Deutschland und Italien. Die Republikaner wurden politisch alleine gelassen, wehrten sich aber erfolgreich gegen die Putschisten (v.a. in Madrid und Katalonien). Unterstützung für die Republik gab es alleine durch Waffenlieferungen aus Mexiko und der Sowjetunion. Aber schon bald setzte der Menschenstrom aus alle Herren Länder nach Spanien ein, Frauen und Männer, die die Republik nicht nur ideologisch unterstützen wollten, sondern auch handfest durch ihre Teilnahme an den Kämpfen (Internationale Brigaden).
1937: Während die Aufständischen immer mehr Gebietsgewinne erreichen konnten, begann in den Reihen der Republik eine Art Bruderkampf: im Mai probten die Anarchisten den Aufstand gegen die Generalidad, die Regierung Kataloniens, der blutig niedergeschlagen wurde; auf Betreiben der Kommunisten wurde die Regierung Largo Caballero gestürzt und durch Juan Negríns Mannschaft ersetzt; Verbot der P.O.U.M.; Errichtung einer Geheimdienstlichen Polizei (SIM). Dies aller wirkte sich natürlich auf die Moral der Unterstützer der Republik aus. Kurzfristige, aber sehr blutige Gebietsgewinne gingen 1938 schon wieder verloren (siehe Teruel).
Einer der letzten Todesstösse gegen die Spanische Republik erfolgte 1938 durch den Abzug der Internationalen Brigaden nach Druck durch das „Komitee für Nichteinmischung in die Angelegenheiten Spaniens“, dem u.a. auch Deutschland angehörte. Deutsche und italienische Truppen kämpften aber weiterhin auf Seiten der Faschisten.
1939 hatte sich die Republikanische Regierung bis nach Katalonien zurückgezogen, wo auch der letzte Widerstand durch die Falangisten gebrochen wurde. Bereits Ende Februar wurde die Regierung Franco durch England und Frankreich anerkannt, sodass das Ende der Republik Ende März eingeläutet wurde. Viele SpanierInnen, aber auch viele Mitglieder der Internationalen Brigaden flüchteten nach Frankreich, wurden dort interniert, konnten teilweise flüchten oder wurden an ihre „Heimatländer“ ausgeliefert, was Folter, Gefängnis, KZ oder den Tod zur Folge hatte.

(Text: Peter Ladstätter, Dornbirn)

 

Interessante Links:

DÖW: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

«IG Spanienfreiwillige» Interessengemeinschaft Spanienfreiwillige seit 2007 in Zürich. Der Newsletter vom Dezember 2008 steht hier als Download zur Verfügung.

Umfangreiche Sammlung zum spanischen Bürgerkrieg findet sich bei der Friedrich-Ebert-Stiftung online, die verschiedensten Aspeke werden ausführlich beleuchtet.

"Hitler kann in Spanien geschlagen werden!" Die Deutsche Linke im Spanischen Bürgerkrieg. von Patrik Mühlen steht als PDF-Download online zur Verfügung.

Der WDR bietet auf seiner Homepage unter anderem auch Unterrichtsmaterialien an. Der Artikel
"300 Juden gegen Franco. Jüdische Freiwillige aus Palästina im Spanischen Bürgerkrieg" ist überdies sehr interessant.

Werner Bundschuh, Dornbirn, hat folgende Empfehlung: "...die beste (leicht zugängliche) Textsammlung die ich kenne, ist jene von www.anarchismus.at".


Dokumente zum Download:


Serie zum Spanischen Bürgerkrieg von Manfred Scheuch, die im Sommer 2006 im Standard erschienen ist. Sie enthält u.a. auch eine Chronlogie der Ereignisse und 24 verschiedene Artikel (Mit freundlicher Genehmigung des Verlags). Download: hier

Newsletter vom Dezember 2008 der IG Spanienfreiwillige, Zürich. Download: hier

Literaturliste zusammengestellt von Peter Ladstätter. Download: hier

Egger, Gernot. Vorarlberg und die Republik in Spanien. In: Meinrad Pichler (Hg.): Nachträge zur neueren Vorarlberger Landesgeschichte. Bregenz 1983 (2. Auflage; 1. Auflage 1982). (Mit freundlicher Genehmigung von W. Bundschuh, Malingesellschaft) Download 2,1MB: hier


Für weitere Links und Materialien wären wir sehr dankbar.

Joachim Wiesner

 

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Guernica Ruinen (Bundesarchiv, Bild# 183-H25224)
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1940 trafen Hitler und ein Nazi-Offizier Franco (re.), um ihn zum Kriegseintritt zu bewegen.
1940 trafen Hitler und ein Nazi-Offizier Franco (re.), um ihn zum Kriegseintritt zu bewegen.
Die internationalen Brigaden: Linke aus ganz Europa kamen nach Spanien, um gegen den Faschismus zu kämpfen (Foto: DÖW)
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Marokkanische Soldaten kämpften für Franco an der Ebro-Front gegen die Republikaner.
Marokkanische Soldaten kämpften für Franco an der Ebro-Front gegen die Republikaner.
Plakat aus dem Spanischen Bürgerkrieg
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