Gedenkzeichen für den „Roma-Retter“ György Gedeon Rohonczy

An der Hauptstraße vor der Bezirkshauptmannschaft in Oberpullendorf/ Felsőpulya wurde György Gedeon Rohonczy, dem „burgenländischen Schindler“, ein Gedenkzeichen gewidmet.

Nach 1921 betrieb er ein landwirtschaftliches Gut in Mitterpullendorf/Középpulya, einem Ortsteil von Oberpullendorf, das ihm sein Vater vererbt hatte. Nach Kriegsbeginn wurden die Arbeitskräfte seines Gutshofes zusehends zum Militär eingezogen und die Bewirtschaftung war kaum noch möglich. György Rohonczy begab sich zum Anhalte- und Arbeitslager, das 1940 zur Internierung von Romnja und Roma in Lackenbach eingerichtet worden war, und forderte Arbeitskräfte für seinen Gutshof, der als kriegswichtiger Betrieb galt. Durch sein überzeugendes Auftreten gelang es ihm, mehrere Familien, rund 1520 Männer, Frauen und Kinder, mehr als er für seine Arbeit auf dem Hof benötigte, aus dem Lager zu bekommen. Als Erntehelfer holte Rohonczy weitere 50 Personen für seinen Betrieb. Dadurch blieben diesen Romnja und Roma das schreckliche Lagerleben, schlechtes Essen, mangelnde Hygiene und Schläge der Bewachung erspart und sie entgingen so vor allem den Transporten in die Vernichtungslager. Auf dem Meierhof bewohnten die Romafamilien die Arbeiterwohnungen und erhielten ausreichend Verpflegung. Manche seiner Arbeitskräfte fürchteten, ins Lager zurückgebracht zu werden, und flohen über die benachbarte Grenze nach Ungarn. Der Menschenfreund Rohonczy sah bewusst weg. In Summe rettete er rund 120 Romnja und Roma das Leben. Der Kontakt zu den Romnja und Roma aus dem benachbarten Langenthal blieb auch nach dem Krieg bestehen. 1975 starb György Rohonczy. 50 Jahre später würdigt man sein solidarisches Handeln mittels eines Gedenkzeichens.

Veröffentlicht am 05.11.2025, zuletzt geändert 05.11.2025