Roma-Gedenkstein in Grodnau
In Grodnau, heute ein Ortsteil der Gemeinde Mariasdorf (Bezirk Oberwart), lebten vor 1938 rund 180 Romnja und Roma, insgesamt 26 Roma-Familien. Der Roma-Bevölkerungsanteil lag bei über 40%. Der älteste Nachweis, dass Romnja und Roma hier gelebt haben, stammt aus dem Jahr 1860. Ihre Ansiedelung ging auf den ehemals betriebenen Bergbau zurück. In den 1920er Jahren waren die Männer zumeist als Hilfsarbeiter, Musiker oder Handwerker tätig. Die meisten Romnja und Roma aus Grodnau wurden in der NS-Zeit deportiert und ermordet. Nach Kriegsende kehrten nur vier Romnja und Roma in ihre Heimatgemeinde zurück. In den 1960er Jahren verließen diese Grodnau.
Die evangelische Tochtergemeinde A.B. Grodnau sowie der röm.-kath. Pfarrgemeinderat Mariasdorf entschlossen sich, gemeinsam mit dem „CONCENTRUM – Forum für politische, ethnische, kulturelle und soziale Ökumene“ vor der röm.-kath. Pfarrkirche Grodnau einen Gedenkstein mit einer Erinnerungstafel zu errichten. Der Gedenkstein soll an die vertriebenen und ermordeten Grodnauer Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere an die Angehörigen der Romnja und Roma, erinnern. Am Sonntag, dem 6. Juli 2025, fand die Enthüllung und Segnung des Gedenkzeichens statt.
