WENN DIE WELT KOPF STEHT - Medizinverbrechen und Zeitgeschichte

neue Landesausstellung in Niederösterreich in Amstetten - Mauer

Die neue Landesausstellung, die dieses Jahr in den Räumlichkeiten des Landesklinikums Mauer bei Amstetten stattfindet, beleuchtet die Verbindung zwischen Mensch, Psyche und Gesundheit. Der Schwerpunkt der Präsentation liegt zwar auf den Möglichkeiten eines künstlerischen Umgangs mit den Herausforderungen psychischer Erkrankungen, behandelt aber euch ein wichtiges Kapitel der Zeitgeschichte, das direkt mit dem Klinikum in Verbindung steht. War doch der prächtige Ausstellungsort mit seinen neu sanierten und außergewöhnlichen Jugendstil - Pavillons während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich auch ein zentraler Punkt im "Euthanasieprogramm", das zur gezielten Tötung so genannten "minderwertigen" Lebens diente. 

Nicht nur in der temporären Hauptausstellung, die im Eingangsbereich des Klinikums untergebracht ist, werden Medizinverbrechen zur Zeit des Nationalsozialismus thematisiert, zusätzlich wurde im Haus 18 des Landesklinikums Mauer ein dauerhafter Lernort zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen errichtet, der die neuesten Forschungsergebnisse zur Heil- und Pflegeanstalt während der NS-Zeit vermittelt. Dieser Ausstellungsbereich ist außerdem in Verbindung mit einer künstlerischen Installation, die am Anstaltsfriedhof entstehen wird, ein wichtiger Erinnerungsort, der auch den Umgang mit den Verbrechen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs thematisiert. Die Dauerausstellung widmet sich den verschiedenen Opfergruppen der NS-Euthanasieprogramme, thematisiert die Rolle des heutigen Landesklinikums während der NS-Zeit und geht dabei beispielhaft auf konkrete Einzelschicksale und Personen ein. Auch die Täter*innenseite wird in der Ausstellung beleuchtet.

https://www.noe-landesausstellung.at/de 

Zuordnung

Kategorien
Ausstellung
Region/Bundesland
Niederösterreich
Veröffentlicht am 29.03.2026, zuletzt geändert 29.03.2026