Internationales Menschenrechtefestival 2026
- https://www.erinnern.at/bundeslaender/oberoesterreich/termine/internationales-menschenrechtefestival-2026
- Internationales Menschenrechtefestival 2026
- 2026-10-03T12:00:00+02:00
- 2026-11-10T22:00:00+01:00
- Vom 03. Oktober bis 10. November 2026 bietet das 10. Internationale Menschenrechtefestival ein vielfältiges Programm mit Workshops, Rundgängen, Filmvorführungen, Erzählcafes und vielem mehr.
03.10.2026 12:00 bis 10.11.2026 22:00 (Europe/Vienna / UTC200)
Oberösterreich
Bewusstseinsregion
Einige Highlights des Programms:
Fr, 6.11.26, 13:30 – 16:30 Uhr
Rundgang „Asoziale und Kriminelle im KZ-Gusen“
Die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen begann am 8. August 1938, nicht wie vielfach angenommen wird mit der Verfolgung politischer Gegner oder der Deportation und schlussendlichen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung, sondern mit dreihundert Personen in sogenannter polizeilicher Sicherheitsverwahrung. Diese sogenannten „Berufsverbrecher“ bildeten den ersten Transport von Gefangenen, mit ihnen wurde die Institution „Konzentrationslager“ in Österreich etabliert. Die nationalsozialistische Exekutive benutzte insbesondere in den Vorkriegsjahren das Konzept der „vorbeugenden Verbrechensbekämpfung“ dazu, die Inhaftierung von Personen im Rahmen einer an der Justiz vorbei praktizierten „Generalprävention“ zu legitimieren. Menschen wurden aufgrund unterschiedlicher Vorstrafen nach willkürlichen Kriterien zu geborenen Kriminellen erklärt, deren dauerhafte Entfernung aus der Gesellschaft jenseits rechtsstaatlicher Grundlagen erfolgen konnte. War dies erst etabliert, konnte man durch den breit gefassten Begriff „Asozial“ dieses Prinzip auf einen nochmals deutlich größeren Personenkreis anwenden. Der Rundgang durch die Gedenkstätte Mauthausen bespricht anhand unterschiedlicher historischer Beispiele die Geschichte dieser Häftlingsgruppe.
Sa, 7.11.26, 14:00 Uhr
Zeitzeug:innen am Wort
Schüler: innen des Europagymnasiums Baumgartenberg interviewen Zeitzeug:innen zu verschiedenen Themen und präsentieren Informationstafeln zu ausgewählten historischen Orten in Ried.
So, 8.11.26, 13:30 – 16:30 Uhr
Schritte des Erinnerns – St. Georgen an der Gusen im Nationalsozialismus
Im Pfarrgebiet von St. Georgen an der Gusen waren während der NS-Zeit ca. 71.000 Menschen inhaftiert, zumindest 37.000 wurden ermordet. Die unter dem Tarnnamen „Bergkristall“ errichteten Stollenanlagen dienten ab 1944 der geheimen Rüstungsproduktion unter unmenschlichen Bedingungen. Trotz dieser zentralen Rolle in der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik ist die Geschichte des Ortes bis heute nur unzureichend im kollektiven Gedächtnis verankert. Die Nähe der Verbrechen zum Alltag der Bevölkerung erschwerte lange die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit. Erinnerungsarbeit ist daher von großer Bedeutung: Sie macht das Leid der Opfer sichtbar, fördert kritisches Bewusstsein und hält die Geschichte lebendig. Projekte wie z.B. die „Passage gegen das Vergessen“ tragen dazu bei, den öffentlichen Raum neu zu deuten, Diskussionen anzustoßen und aktives Gedenken zu stärken. Sie sind wichtige Schritte in der langfristigen Aufarbeitung und Mahnung für die Zukunft.
Vollständiges Programm und Anmeldung unter:
https://menschenrechtesymposium.eu/programmheft/#pdf-programmheft-symposium-2026/5/
