Alpendistel #7: Sport als Spielfeld der NS-Diktatur
Neunzig Jahre nach den 1936 in Berlin ausgerichteten elften Olympischen Sommerspielen trägt die diesjährige Ausgabe der Alpendistel den Titel Sport als Spielfeld der NS-Diktatur. Gemeinschaft, Zwang, Ausgrenzung. Das NS-Regime machte die Olympiade von 1936 in Berlin zur Bühne seiner propagandistischen Selbstinszenierung. Zwei Jahre später untermauerte Leni Riefenstahls Propaganda-Zweiteiler Olympia sowohl die Inszenierung nationalsozialistisch-faschistischer Stärke und Modernität als auch das Bild eines kräftigen, gesunden und massenmobilisierbaren „deutschen Volkskörpers“ in Lichtspielhäusern, auch international.
Kaum ein anderer gesellschaftlicher Bereich wie Sport zeigt so deutlich, wie intensiv das NS-Regime Körper, Leistung und Gemeinschaft für seine Ideologie manipulierte. Sport war nicht bloß körperliche Ertüchtigung – er wurde zum Werkzeug politischer Formung, zur Ästhetisierung von Macht und zur Vorbereitung auf Krieg.
Die Olympischen Spiele von 1936 demonstrierten Sport als Spektakel der Überlegenheit, als Inszenierung einer rassistischen Weltordnung, als Propaganda-Ereignis, das sich bis heute in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Sport war und ist aber auch gelebte widerständige Praxis und zeigt sich nicht zuletzt auch im Kern der Vereinsarbeit von Alpine Peace Crossing, der jährlichen Gedenkwanderung über den Krimmler Tauern, als Form der Erinnerungspraxis. 2026 ist ein gutes Jahr, um zu fragen: Welche Strukturen, Bilder und Narrative überdauern in unserer Gegenwart – und wie können wir ihnen widersprechen?
Die mittlerweile siebte Ausgabe des Magazins für antifaschistische Gedenkkultur will dafür Impulse geben – fundiert, kritisch, und auch wachsam.
Das Magazin ist kostenlos. An Druck- und Versandkosten fallen an: Inland: 5 Euro; Ausland: 10 Euro. Die Bestellung ist mit dem Betreff „Alpendistel“ unter office@alpinepeacecrossing.org möglich.
Zuordnung
- Region/Bundesland
- Salzburg
