Gedenkwachen bei einigen Stolpersteinen in der Stadt Salzburg im Gedenken an die Novemberpogrome 1938
- https://www.erinnern.at/bundeslaender/salzburg/termine/gedenkwachen-bei-einigen-stolpersteinen-in-der-stadt-salzburg-im-gedenken-an-die-novemberpogrome-1938
- Gedenkwachen bei einigen Stolpersteinen in der Stadt Salzburg im Gedenken an die Novemberpogrome 1938
- 2026-11-09T18:00:00+01:00
- 2026-11-09T19:00:00+01:00
- Eine Veranstaltung der Rudolf Steiner Schule Salzburg
09.11.2026 von 18:00 bis 19:00 (Europe/Vienna / UTC100)
Salzburg
Altstadt Salzburg
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 2025 jährt sich zum 88. Mal jene grausame Nacht, in der die jüdische Bevölkerung im gesamten damaligen Deutschen Reich für rechtlos erklärt wurde. Mit der vom NS-Regime organisierten Zerstörung jüdischer Synagogen und Häuser sowie der Misshandlung unzähliger jüdischer Mitmenschen begannen jene staatlich zentral gesteuerten Gräueltaten, die im weiteren Verlauf zum systematisch organisierten Massenmord an den Juden Europas geführt haben. Auch in Salzburg wurden die Synagoge und mehrere Geschäfte verwüstet und Menschen in Konzentrationslager verschleppt.
Zum mahnenden Gedenken an die Novemberpogrome hat die Rudolf Steiner Schule Salzburg seit vielen Jahren am Alten Markt eine Gedenkfeier durchgeführt. Das Gedenken findet in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form als zentrale Veranstaltung am Alten Markt statt.
Stattdessen führen fünf Gruppen von Schülerinnen und Schülern, Lehrpersonen und Eltern GEDENKWACHEN AN STOLPERSTEINEN durch.
Termin: Montag, 9. November 2026, ab 18:00 Uhr ca. eine halbe Stunde.
Gedenkorte:
- Stolperstein Walter Schwarz, Alter Markt 12, jüdischer Geschäftsmann, Inhaber eines Warenhauses
- Stolperstein Franz Nachtnepel, Universitätsplatz 3 (oder Getreidegasse 31), homosexuelles Opfer
- Stolpersteine Josef Bieronski, Martin Gay & Lech Manczak, Dreifaltigkeitsgasse 3, als Zwangsarbeiter beim Bombenentschärfen umgekommen
- Stolperstein Maria Rausch, Getreidegasse 13, als psychisch erkrankte Patientin der Landesheilanstalt in der Tötungsanstalt Hartheim ermordet
- Stolperstein Anna Schönbacher, Griesgasse 15, hat als politisch verfolgtes Opfer die Haft überlebt
Wir wollen anlässlich des Pogromgedenkens aller Gewalt- und Mordopfer der Nationalsozialisten gedenken und haben deshalb Gedenkorte bei Stolpersteinen unterschiedlicher Opfergruppen ausgewählt.
An den fünf Gedenkorten werden neben den Stolpersteinen ROSEN niedergelegt und GRABKERZEN aufgestellt. Außerdem werden Flugblätter mit Informationen über die Novemberpogrome und die Biographien der Mordopfer an Passanten verteilt.
Gedenken mit Kerzen und Rosen bei weiteren Stolpersteinen:
Wie in den vergangenen Jahren können alle, die persönlich ein Zeichen des Gedenkens setzen wollen, bei vielen weiteren Stolpersteinen mit Kerzen und Rosen Gedenkorte schaffen. (Biographien und Orte finden Sie unter www.stolpersteine-salzburg.at)
Das Gedenken an diese Menschheitskatastrophe ist heute leider brennend aktuell. Autoritäre Politik, Diktaturen und Extremismen jeder Art wie Fremdenhass, Rassismus, Antisemitismus, fanatischer religiöser Fundamentalismus und Terrorismus breiten sich weltweit aus. Sie bilden den Boden für unermessliches Leid von Millionen Menschen, für die Vernichtung von Lebensgrundlagen, gewaltsame Vertreibungen, ethnische Säuberungen, Pogrome, Massaker, für das Töten und Morden in Kriegen und Bürgerkriegen.
Wir wollen ein Zeichen setzen setzen und eintreten für Humanität, Menschenwürde, Menschenrechte, Völkerrecht und Demokratie. Die Erinnerung an den 9. November fordert uns zum GE-DENKEN und BE-DENKEN auf.
