Call for Papers: Digital Memory – Digital History – Digital Mapping Transformationen von Erinnerungskulturen und Holocaust-Education

Call for Papers

Digital Memory – Digital History – Digital Mapping
Transformationen von Erinnerungskulturen und Holocaust-Education

22. bis 24. September 2021
Universität Graz, Universitätsstraße 15 Bauteil G, 2. OG (Resowi-Zentrum) SZ 15.22
  • Wann 01.03.2021 bis 30.04.2021 (Europe/Vienna / UTC100)
  • Bundesland Steiermark
  • Wo Universität Graz, Universitätsstraße 15 Bauteil G, 2. OG (Resowi-Zentrum) SZ 15.22
  • Name des Kontakts
  • Telefon des Kontakts 03163808073
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Digital Memory – Digital History – Digital Mapping

Transformationen von Erinnerungskulturen und Holocaust-Education

 

Die Erinnerung an Nationalsozialismus und Holocaust befindet sich seit einiger Zeit in einem Prozess des Übergangs, an der Schwelle vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis. In diesem Transfer werden Erinnerungen mittels spezifischer Techniken und Strategien an Medien gebunden. Diese Funktion übernehmen Denkmäler, Gedenkstätten, Museen, audiovisuelle Massenmedien und immer mehr auch digitale Tools und Praktiken sowie das Word Wide Web. Letztere vereinfachen diesen Transferprozess und demokratisieren die Formung des kulturellen Gedächtnisses beispielsweise durch die erleichterte Zugänglichkeit und Erreichbarkeit von digitalen Räumen. Doch die rasant voranschreitende digitale Transformation eröffnet nicht nur neue Chancen für die Darstellung von und Erinnerung an den Nationalsozialismus und Holocaust sowie deren Vermittlung, sondern beinhaltet auch große Herausforderungen und Spannungsfelder. So entzieht sich beispielsweise der interaktive Social Media Bereich weitgehend einer institutionellen, wissenschaftlichen oder didaktischen Regulierung. Somit bedarf es konkreter Anstrengungen, wenn es um einen erfolgreichen Transfer des Holocaust vom kommunikativen in das kulturelle Gedächtnis geht, die eben nicht zuletzt der medialen und digitalen Entwicklungen und den Dynamiken und komplexen Bedingungsgefügen heterogener Gesellschaften Rechnung tragen müssen.

Dass Fragen nach den Transformationen der Erinnerung an den Nationalsozialismus und Holocaust ebenso wie nach der Bedeutung von Digitalität in Aneignung und Vermittlung, der Holocaust Education, immer mehr Relevanz erlangen, zeigen zahlreiche Projekte der Zeitgeschichtsforschung, digitale Projekte von Gedenkstätten und Museen, Vermittlungsprojekte und verschiedene Projektschienen von Förderinstitutionen. Zahlreiche dieser Projekte haben die Entwicklung von georeferenzierte Webapplikationen, in denen Erinnerungsorte auf digitalen Landkarten markiert und im Sinne des Deep Mappings mit weiterführenden Informationen versehen werden zum Ziel.

Seit 2019 wird am Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz in Kooperation mit_erinnern.at_ - Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart sowie dem Zentrum für Informationsmodellierung der Universität Graz das Projekt „Digitale Erinnerungslandschaft Österreich (DERLA) | erinnerungslandschaft.at – Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus | dokumentieren und vermitteln“ realisiert.

Die internationale Tagung „Digital Memory – Digital History – Digital Mapping. Transformationen von Erinnerungskulturen und Holocaust-Education“ ist im Kontext dieses Projektes zu sehen und zielt auf die Diskussion unterschiedlicher Aspekte von digitalen georeferenzierten Dokumentations-, Erinnerungs- und Vermittlungsprojekten ab.

Die Tagung hat explizit den interdisziplinären Austausch zum Ziel und richtet sich an VerteterInnen unterschiedlicher Disziplinen, u.a. HistorikerInnen, MedienpädagogInnen, GeographInnen, FachdidaktikerInnen, VertreterInnen der Digital Humanities ebenso wie WissenschafterInnen im Feld der Memory Studies.

Für die Tagung sind mehrere übergeordnete Fragestellungen bzw. Themenfelder von besonderem Interesse:

 

  • Das Kennenlernen von und der Austausch mit unterschiedlichen (georeferenzierten) digitalen Erinnerungsprojekten. Einzelne Projektpräsentationen sind herzlich eingeladen.
  • Theoretische Auseinandersetzungen mit Fragen der Transformation der Holocaust-Erinnerung sowie der Erinnerung an weitere Massenverbrechen des 20. Jahrhunderts durch die Digitalisierung der Erinnerung und das Internet.
  • Beiträge zu Fragen der Langzeitarchivierung und interaktiven Dissemination von Forschungsdaten, sowie allgemeine Fragen der Herausforderungen für die Digital Humanities.
  • Beiträge zu bildungstheoretischen und kulturpädagogischen Fragen im Spannungsfeld von Digitalisierung und Digitalität der/von Erinnerung.
  • Beiträge zum Wandel der Erinnerungspädagogik hin zu einer digitalen Erinnerungspädagogik. Was ist darunter konkret zu verstehen und welche Chancen und Herausforderungen gehen damit einher? Welche Veränderungen hat die Covid-19 Pandemie gebracht?
  • Konkrete Fragen nach den Veränderungen/Entwicklungen von Unterricht zu Nationalsozialismus und Holocaust durch die Digitalisierung. Wie verändert diese die schulische Aneignung und Vermittlung? Wie funktionieren Lehren und Lernen durch digitale Interaktion und Kommunikation, bspw. mit mobilen Endgeräten?

 

 

Die Tagung findet von 22. bis 24. September 2021 am Centrum für Jüdische Studien der Karl-Franzens-Universität Graz statt. Sie ist eine Kooperationstagung des Centrums für Jüdische Studien, des Zentrums für Informationsmodellierung (beide Universität Graz) von _erinnern.at_ und dem Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der Bildenden Künste Wien.

 

Konzeption und Organisation: Victoria Kumar, Gerald Lamprecht, Lukas Nievoll, Grit Oelschlegel, Sebastian Stoff.

 

Die OrganisatorInnen bemühen sich um die Übernahme der Reise- und Aufenthaltskosten. Die Höhe der Kostenübernahme richtet sich nach den Fördermitteln.

 

Die Publikation der Tagungsbeiträge in einem Sammelband ist geplant.

 

Beitragsvorschläge (Abstracts mit kurzer Biobibliographie im Ausmaß von ca. 1-2 Seiten) werden bis zum 30. April 2021 mit dem Betreff-Vermerk „Tagung Digital Memory“ an folgende E-Mail-Adresse erbeten: gerald.lamprecht@uni-graz.at. Die Abstracts können in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein.

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.