Shoah Teil 1
- https://www.erinnern.at/bundeslaender/tirol/termine/shoah-teil-1
- Shoah Teil 1
- 2010-11-23T18:00:00+01:00
- 2010-11-23T23:30:00+01:00
23.11.2010 von 17:00 bis 22:30 (CET / UTC100)
Tirol
tirol
Der französische Filmemacher, Journalist und Philosoph
Claude Lanzmann legte Mitte der 80er-Jahre mit SHOAH die wohl radikalste und
umfassendste Filmarbeit über die Vernichtung des europäischen Judentums vor.
Zwölf Jahre Arbeit, 350 Stunden Material, neuneinhalb Stunden Film gegen das
Vergessen. Und gegen die Versöhnlichkeiten einer „Erinnerungskultur” im Zeichen
der „Vergangenheitsbewältigung”. 40 Jahre nach Kriegsende fertig gestellt, erregte
diese groß angelegte filmische Spurensuche mit Überlebenden, Zeugen, Tätern der
NS-Endlösungspolitik Aufsehen und Bewunderung, lief auf etlichen Festivals, war
mehrfach im Fernsehen zu sehen.
SHOAH ist kein Dokumentarfilm, in dem Personen mit dem Abstand des Alters,
quasi losgelöst von ihrer Vergangenheit, ruhig im Wohnzimmer sitzen und aus
ihren Erinnerungen erzählen. Legenden können nur zerstört werden, indem sie mit
der unfassbaren Gegenwart konfrontiert werden, aus der sie hervorgegangen sind.
Das gelingt, wenn die Vergangenheit als Gegenwart lebendig gemacht und in einer
zeitlosen Aktualität wiederhergestellt wird. (nach: www.arte.tv)
Rachel Ertel (Sprachwissenschaftlerin): „SHOAH ist kein Erinnerungsfilm.
Erinnerungen sind Sache der Vergangenheit. Es ist ein Film des Erinnerns.
Durch seine bohrenden Fragen setzt Claude Lanzmann das Gedächtnis der jüdischen
Überlebenden in Gang, verbunden mit Sprüngen und unaussprechlichen Qualen,
gewissermaßen einen entsetzlichen Geburtsvorgang einleitend, der sie zerreißt. Er
entlarvt die Listen und Ausweichmanöver der polnischen Zeitzeugen ebenso wie
die der Henker. SHOAH ist es gelungen – und das ist das schwarze Wunder des
Films – das Gedächtnis des Völkermords ins Bewusstsein der nachfolgenden
Generationen einzupflanzen.”
