3. Wiener Gedenkkonzerte zum Novemberpogrom

Eine Veranstaltung der Wiener Kunstkommission in Kooperation mit den Bezirksvorstehungen
What Gedenkveranstaltung Kunst/Theater/Performance
Wann

06.11.2025 19:00 bis 26.11.2025 18:00 (Europe/Vienna / UTC100)

Bundesland

Wien

Wo

unterschiedliche Orte (bitte dem Text entnehmen)

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Das Novemberpogrom in Wien war von besonders großer Brutalität gekennzeichnet. Mehr als
ein Fünftel der Todesopfer des Novemberpogroms dürften auf Wien entfallen sein, nicht
zuletzt weil eine verbreitete antisemitische Stimmung bereits vor der nationalsozialistischen
Machtergreifung bestand und der Vermögensentzug der jüdischen Bevölkerung noch nicht
soweit fortgeschritten war, um nicht die Bereicherung an jüdischem Eigentum als lohnend
erscheinend zu lassen. Es war für Jüdinnen und Juden lebensgefährlich auf die Straßen zu
gehen. Sie mussten sich vor brutalen Misshandlungen, willkürlichen Verhaftungen und
Hausdurchsuchungen unter dem Vorwand, nach Waffen und politischem Material zu suchen,
fürchten und waren völlig vogelfrei.


In Zusammenarbeit mit zahlreichen Wiener Bezirksvorstehungen und dem Nationalfonds der
Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus wird die Wiener Kunstkommission an
das 1938 stattgefundene Novemberpogrom zum dritten Male erinnern. Dabei werden
ausschließlich Werke vertriebener und deportierter Komponisten aufgeführt.


Mit dem Erinnern an die schrecklichsten Zeiten des 20. Jahrhunderts soll das Andenken an die
 Opfer des Nationalsozialismus gewahrt werden, Lehren aus der Vergangenheit gezogen
werden und eine bewusste Auseinandersetzung mit diskriminierenden und antisemitischen
Tendenzen in der Gesellschaft erfolgen.
Durch die Rekonstruktion und Aufführung der Musik vertriebener, deportierter und
ermordeter Komponisten sollen nicht nur deren künstlerischen Schöpfungen wieder zur
Geltung kommen, sondern es soll auch ein Symbol der Versöhnung und des kulturellen
Verständnisses erschaffen werden.


Die Wr. Kunstkommission hat von den Nachfahren vertriebener Komponisten Notenmaterial
erhalten, welches seit vielen Jahren sorgfältig rekonstruiert, gepflegt und neu einstudiert wird.


Auf die Biografien der Komponisten wird der Musikforscher Peter Illavsky im Verlauf der 
Gedenkveranstaltungen eingehen.


Die Gedenkveranstaltungen finden an den in der Übersicht festgelegten Tagen in zahlreichen
Bezirken statt. Es wird bereits bei der Planung der Gedenkveranstaltungen größter Wert
darauf gelegt, dass Musik vertriebener Komponisten auch unmittelbar an der Stelle aufgeführt
 wird, wo sich Synagogen bis zu deren Schändung, deren Raub und deren Zerstörung im
jeweiligen Bezirk befunden haben. Damit wollen wir ein lebendiges Gedenken erschaffen.

Eintritt frei!

zu den Terminen:

6.11. um 18.30 am ehem. Standort der Synagoge in der Dirmhirng. 112, 1230 Wien
8.11. um 15.00 im Park der Freiheit, Hernalser Hauptstr. 183, 1170 Wien
9.11. um 15.00 im Ostarrichipark, Otto-Wagner-Platz, 1090 Wien
9.11. um 18.00 am ehem. Standort des Neudegger Tempels, Neudeggerg. 12, 1080 Wien
12.11.um 18.00 Gedenken Simm. Synagoge, im Fests.Amtshaus Enkplatz 2,1110 Wien
13.11. um 15.00 Gedenken Siebenbrunneng. Synagoge, im Haus Margareten Arbeiterg.45, 1050 Wien
13.11. um 19.00 Gedenken Floridsd. Tempel, Mautner Schlössl, Prager Str. 33, 1210 Wien
14.11. um 15.00 Gedenken Vereinssynagoge Unt. Viaduktgasse, Haus Maria Jacobi, Würtzlerstr. 25, 1030 Wien
26.11. um 18.00, Gedenken Währinger Tempel, Festsaal BV Währing, Martinstr. 100, 1180 Wien, Eintritt Frei nur mit Zählkarte (Sekretariat der BV)