Der Holocaust in Europa. Gedenkausstellung im Theater Nestroyhof Hamakom

Zeit und Ort: 5. November 2013 - 27. Jänner 2014, Montag - Freitag 10 - 17 Uhr; Theater Nestroyhof Hamakom, 2. Nestroyplatz, Wien. Anmeldung zu Führungen: Verein Gedenkdienst (office@gedenkdienst.at). Die Ausstellung wandert nach Graz weiter, ab 30. Juni 2014 ist sie an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zu sehen.

Aus Anlass des 75. Gedenktages an das Novemberpogrom wird die Ausstellung „Die Geschichte der Shoah in Europa" im Theater Nestroyhof Hamakom gezeigt. Der vom renommierten Memorial de la Shoah in Paris zusammengestellte Teil der Ausstellung vermittelt die Geschichte der Vernichtung des europäischen Judentums von den Anfängen des rassistischen Antisemitismus bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Ergänzend dazu haben Mitarbeiterinnen des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eine ausführliche Darstellung dieser Entwicklungen in Österreich erarbeitet. Auf diese Weise werden Zusammenhänge, Unterschiede und Parallelen der österreichischen Geschichte der Shoah mit der gesamteuropäischen verdeutlicht. Ausstellung und Katalog richten sich vor allem an Schülerinnen und Schüler, sollen aber auch ein breiteres Publikum ansprechen.

 

BM Schmied eröffnete die Ausstellung am 4. November:  "Lernen aus der Geschichte erfordert von uns Ehrlichkeit und Mut zur Wahrheit."

 

"Warum haben so viele Menschen Gewalt ausgeübt? Viele der Täter von damals waren gebildet, hatten das Gymnasium absolviert und besuchten Universitäten. Können wir uns sicher sein, dass in unseren Schulen und Universitäten heute Generationen heranwachsen, die unter bestimmten Umständen nicht ebenso gewalttätig werden können? Ich fürchte fast, darauf gibt es keine sichere Antwort."

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung im Theater Nestroyhof Hamaokom, bedankte sich die Bildungsministerin unter anderem bei zwei der anwesenden Ehrengäste, Beate Klarsfeld für ihren unerschütterlichen Kampf gegen das NS-Unrecht und Jacques Fredj, dem Direktor des Mémorial de la Shoah Paris, für die jahrelange Kooperation auf internationaler Ebene. Schmied verwies auch auf die Verantwortung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur: "Unser wichtigstes Ziel muss die Stärkung der persönlichen Identität der jungen Menschen und ihrer Urteilskraft sein. Wir müssen aus der Geschichte lernen, das fordert von uns Ehrlichkeit und Mut zur Wahrheit."

Bildungsministerin Schmied verwies in ihrer Eröffnungsrede auf die vielfältigen Aktivitäten und Unterrichtsmaterialien, die unter anderem über die Plattform www.erinnern.at einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. "Es bleibt die Frage: Tun wir genug? Da Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung weltweite Phänomene sind, beraten wir uns als aktives Mitglied der International Holocaust Remembrance Alliance mit international führenden Experten, wie wir die jungen Menschen zu aufgeschlossenen, mündigen und menschlichen Menschen erziehen können. Die Familien und die Lehrerinnen und Lehrer tragen eine große Verantwortung. Mein ganz besonderer Dank gilt den Zeitzeugen für ihre Bereitschaft, in Schulen über ihre persönlichen Schicksale zu berichten ich danke Beate Klarsfeld für ihr Engagement und ihre unermüdliche Aufklärungsarbeit."

Der vom renommierten Mémorial de la Shoah in Paris zusammengestellte Teil der Ausstellung vermittelt die Geschichte der Vernichtung des europäischen Judentums von den Anfängen des rassistischen Antisemitismus bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Ergänzend dazu haben die beiden Historikerinnen Dr. Heidemarie Uhl und Dr. Leonore Eppel-Lappin eine ausführliche Darstellung dieser Entwicklungen in Österreich erarbeitet. Auf diese Weise werden Zusammenhänge, Unterschiede und Parallelen der österreichischen Geschichte der Shoah mit der gesamt-europäischen verdeutlicht.

Bis 27. 1. 2014, dem Internationalen Holocaust Gedenktag der UNO, erhalten Schülerinnen und Schüler sowie Studierende an
Pädagogischen Hochschulen die Gelegenheit die Ausstellung
zu besuchen.

Eintritt frei!

Anmeldung zu Führungen und Informationen: Verein Gedenkdienst
office@gedenkdienst.at
Tel. +431/581 04 90
(Bürozeiten: Dienstag bis Donnerstag 10.00-15.00 Uhr)
Verein Gedenkdienst: http://www.gedenkdienst.at

Veranstalter: BMUKK/erinnern.at

Informationen zum "9. November": - link

Augenzeugenberichte/ Video:

Ingeborg Guttmann - geb. 1930 in Wien, kann mit ihren Eltern nach Shanghai fliehen. 1947 kehrt die Familie – nicht ganz freiwillig – nach Österreich zurück.

Ausschnitt: "Novemberpogrom in Wien" - ansehen

George Kovacs, geb. 1926 in Wien, kann 1938 mit einem Kindertransport nach England fliehen. Auch der Mutter und dem Stiefvater gelingt die Flucht.

Ausschnitt: "Novemberpogrom in Wien" - ansehen

Richard Schoen, geb. 1914 in Groß-Siegharts, gest. 2013 in Pompton Plains (New Jersey, USA), wird 1938 im KZ Dachau interniert. Nach der Entlassung flieht er nach England, später in die USA. Seine Eltern und Geschwister werden von den Nazis ermordet.

Ausschnitt: "Die Ermordung des Bruders" - ansehen

abgelegt unter:
Schloss Schönbrunn im Sommer 1938 (Foto: Yad Vashem Archives)
Schloss Schönbrunn im Sommer 1938 (Foto: Yad Vashem Archives)
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