Yariv Lapid verlässt Gedenkstätte Mauthausen

Mitte Juli 2013 verlässt Yariv Lapid die Gedenkstätte Mauthausen und kehrt nach Israel zurück, wo er am Center for Humanistic Education an der Gedenkstätte Lohamei Hagetaot eine neue Aufgabe übernimmt.

Yariv Lapid baute seit 2007 die Vermittlung an der Gedenkstätte Mauthausen auf. Er war schon seit 2005 auf Einladung von _erinnern.at_ und des bmi Mitglied einer Steuerungsgruppe zur Entwicklung der Vermittlung an der Gedenkstätte Mauthausen gewesen. An der Gedenkstätte entwickelte er ein neues, am Dialog mit den BesucherInnen orientiertes Vermittlungskonzept. Er etablierte einen Pool von VermittlerInnen und baute ein Team zur inhaltlichen, pädagogischen und administrativen Betreuung der VermittlerInnen auf. 2012 führten 58 VermittlerInnen 2860 Rundgänge sowie 248 Rundgänge mit einem erweiterten Vermittlungsangebot durch. Besonderes Augenmerk legte Yariv Lapid dabei auf die Absicherung und den Ausbau der inhaltlichen und pädagogischen Qualität der Rundgänge.

Yariv vernetzte die Vermittlungstätigkeit an der Gedenkstätte nicht nur intensiv in Österreich sondern auch international. Er gehörte der österreichischen Delegation in der Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance und Research (ITF, heute International Holocaust Remembrance Alliance, IHRA) und dort der Arbeitsgruppe für Gedenkstätten an. Darüber hinaus stellte er  die Neuentwicklungen an der Gedenkstätte Mauthausen bei zahlreichen weiteren internationalen und nationalen Tagungen vor.

Für _erinnern.at_ und im Auftrag des Bundesministeriums des Inneren konzipierte und beantragte er zur Finanzierung eines weiteren, großen Schrittes der Entwicklung des Vermittlungsangebots an der Gedenkstätte einen Antrag im Rahmen des EU-Programms „Europa für BürgerInnen“. Das genehmigte Projekt begann im Frühjahr 2013 und dauert bis Herbst 2014. Zahlreiche internationale ExpertInnen sowie VermittlerInnen und das pädagogische Team an der Gedenkstätte sind bei der Realisierung eingebunden.

Yariv Lapid wird dieses EU-Projekt weiterhin leiten und zum Abschluss bringen.

Mit großem Bedauern musste _erinnern.at_ Anfang 2013 zur Kenntnis nehmen, dass das Bundesministerium des Inneren den Vertrag mit _erinnern.at_ nicht fortführen wird. Dieser Vertrag war die Grundlage für die Anstellung von Yariv Lapid. Deshalb sah sich _erinnern.at_ gezwungen, das Dienstverhältnis mit Yariv Lapid aufzulösen. Derzeit ist noch nicht abzusehen, wie es an der Gedenkstätte in pädagogischer Hinsicht weiter gehen soll. Christian Angerer übernimmt bis Herbst die interimistische Leitung der Vermittlung. Offen ist auch, ob bzw. wie _erinnern.at_  an der Gedenkstätte Mauthausen weiterhin mitwirken wird.

Wir bedauern diese letzte Entwicklung sehr und danken Yariv für die freundschaftliche Zusammenarbeit und für die wertvolle Aufbauarbeit an der Gedenkstätte Mauthausen, von der hoffentlich noch lange jedes Jahr Tausende Schülerinnen und Schüler profitieren werden!

Zugleich freuen wir uns auf die zukünftige Kooperation mit Yariv an der Gedenkstätte Lohamei Hagetaot, die einen wichtigen Beitrag zu unseren Seminaren in Israel leistet.

Begrüßung von Yariv Lapid im Jahre 2007: - link

Werner Dreier

 

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Yariv Lapid. Seit dem Jahre 2007  baute er die Vermittlung an der Gedenkstätte Mauthausen auf.
Yariv Lapid. Seit dem Jahre 2007 baute er die Vermittlung an der Gedenkstätte Mauthausen auf.
Yariv Lapid an der Gedenkstätte Mauthausen beim FRA-Workshop im März 2012
Yariv Lapid an der Gedenkstätte Mauthausen beim FRA-Workshop im März 2012
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