75 Jahre Salzburger Bücherverbrennung

Anlässlich "75 Jahre Salzburger Bücherverbrennung" wurde die "Initiative Freies Wort" am 30. April 2013 Veranstaltungen rund um den Salzburger Residenzplatz - dem Ort der damaligen Bücherverbrennung - durchgeführt.

Salzburg 1938/2013: Rund 2.000 Menschen setzen
Zeichen gegen Vergessen und für Zivilcourage


75 Jahre nach der einzigen großen Bücherverbrennung der Nationalsozialisten in Österreich, am 30. April 1938, setzten hunderte junge und erwachsene Menschen der Initiative Freies Wort ein mutiges Zeichen gegen Intoleranz und für Mitsprache. Von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr nahmen rund zweitausend Menschen – darunter viele Jugendliche – an den kreativen Aktivitäten in der Stadt Salzburg teil.

22 Veranstaltungen wurden organisiert: Aktionen, Ausstellungen, Vorträge, Klangmobile, Lesungen, Glockenspiel-Komposition, Speakers Corner, Demonstrationen u.a. mit Barbara Coudenhove-Kalergi (sie las im Literaturhaus aus ihrem Erinnerungsbuch "Zuhause ist überall" und sprach über die Wende in Polen und Tschechien und kritisierte Medien und Medienpolitik in Österreich), Felix Mitterer (er las Texte von Stéphane Hessel, Ilse Aichinger und Mordechaj Gebirtig), Erich Hackl (er stellte seine Filmdoku über Fritz Kalmar vor), Oliver Rathkolb (hielt einen Vortrag über nationalsozialistische Bücherverbrennungen als symbolische Politik), Christine Haidegger (erzählte von der allerersten Veranstaltung auf derm Salzburger Residenzplatz 1987 mit Erich Fried, organisiert von der Salzburger Autorengruppe), Uni-Rektor Schmidinger und Landesschulratspräsident Gimpl redeten beim Speakers Corner und Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller sowie Gemeinderätin Inge Haller nahmen als Politikerinnen Stellung: Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden!

Beeindruckend vor allem auch das Engagement vieler junger Menschen: Schülerinnen und Schüler bereiteten sich vor, bastelten Buchstaben und ein Mahnmal, traten auf, lasen eigene Texten, spielten Musik, demonstrierten, formten mit Riesenbuchstaben ein Flusszitat auf der Salzach und bildeten mit hunderten Passanten eine Menschenkette ...

Gesamtprogramm -> http://www.literaturhaus-salzburg.at/media/pdf/pdf4056.pdf

Die Organisatoren waren mehr als zufrieden und konnten unter den allein ca. 400 Teilnehmern an der Hauptveranstaltung um 17 Uhr auf dem Salzburger Residenzplatz prominente Teilnehmer wie Erzbischof Alois Kothgasser, Marko Feingold (der Präsidenz der Israelitischen Kultusgemeinde sprach auch öffentlich zur Bücherverbrennung und den Initiator Karl Springenschmid), Ex-Bürgermeister Reschen, den Historiker Ernst Hanisch etc. begrüßen. Die Stimmung war zwölf Stunden lang prächtig, das Interesse der Salzburger noch größer als erhofft, Medienvertreter berichteten (z.B. ganztags im Sender Freies Radio, abends im ORF-Fernsehen in der ZIB2, im Standard) und auch das Wetter spielte mit, nachmittags wurde es sogar sonnig ... Und so soll es auch künftig immer wieder Aktivitäten geben, um sich einzumischen und Stellung zu beziehen.

Infos zur Initiative Freies Wort: http://www.literaturhaus-salzburg.at/Salzburger-Bücherverbrennung-19382013_96_129_208.html

12 Stunden- Programm der Radiofabrik:

http://www.radiofabrik.at/home/home-news-einzelansicht/article/75-jahre-buecherverbrennung-in-salzburg-12-stunden-programm-auf-der-radiofabrik.html

 




Fotos vom 30. April 2013 in Salzburg:

(© Manfred Siebinger) https://www.dropbox.com/sh/7e2seci3etkomv6/g5XvGuUeai/Buecherverbrennung

sowie von Harald Werber (Menschenkette, Speakers Corner, Demo) https://skydrive.live.com/?cid=d735e7c58c210604&id=D735E7C58C210604%21561&Bsrc=Share&Bpub=SDX.SkyDrive&sc=Photos&authkey=!AkdkE2BgNuqV-34


 

Quelle:

T. Friedmann
Leiter & Geschäftsführer

LITERATURHAUS SALZBURG
wo das Leben zur Sprache kommt

H.C. Artmann-Platz / Strubergasse 23
A-5020 Salzburg, Österreich
Tel. Büro +43 662 422411-11
Fax +43 662 422411-13
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Attachments
Symbolische Mahnmalrückführung. Bild: Harald Werber
Symbolische Mahnmalrückführung. Bild: Harald Werber
HTL Salzburg, Quelle: Katrin Quatember
HTL Salzburg, Quelle: Katrin Quatember
Menschenkette, Quelle: Harald Werber
Menschenkette, Quelle: Harald Werber
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