Zeitzeugin Barbara Schmid

Barbara Schmid berichtet in Schulen über ihr Schicksal und vor allem über das ihrer Eltern. Kontakt und Terminvereinbarung: barbara.schmid@chello.at

Barbara Schmid ist eine polnische Jüdin, die 1942 als Barbara Guz in Minsk Mazowiecki, einem kleinen Städtchen 50 km von Warschau entfernt, geboren wurde. Nach der Liquidierung des Ghettos von Minsk Mazowiecki gelang es ihren zukünftigen Eltern, in einer Fabrik unterzukommen. Durch die Hilfe von Polen, die wahrscheinlich der polnischen Widerstandsgruppe „Zegota“ angehörten, wurde es ihrer Mutter ermöglicht, sie unter menschlichen Bedingungen zu gebären. Nur wenige Tage nach ihrer Geburt wurde sie nach Warschau gebracht und dort auf der Stiege eines Wohnhauses zurückgelassen. Das Baby wurde gefunden und in ein katholisches Waisenhaus gebracht. In diesem Heim wurde es mit dem Namen Barbara Helena Bawarska getauft und so verbrachte sie die ersten zweieinhalb Jahre ihres Lebens dort. Nach der Befreiung Polens wurde Barbara von ihrer Mutter in Südpolen wiedergefunden.
Ihre Eltern Alicja und Leon Guz lebten 1939 in Warschau und mussten deshalb ins Ghetto von Warschau gehen. Beiden gelang es aus dem Ghetto zu entkommen und in den Geburtsort ihrer Mutter, Minsk Mazowiecki, zu gelangen. Nach der Liquidierung des dortigen Ghettos fand die Mutter das Versteck in der Fabrik, das aber nach einiger Zeit entdeckt wurde. Ihr Vater sollte ins KZ Treblinka deportiert werden, doch sowohl ihm als auch seiner Frau gelang die Flucht. Ihre Mutter wurde von „Zegota“ mit „arischen“ Papieren ausgestattet. Deshalb konnte sie eine Wohnung in Warschau mieten und dort eine jüdische Familie, ihren Mann sowie ihren Bruder verstecken. So überdauerten sie fast zwei Jahre. In dieser Zeit führte ihr Vater ein Tagebuch. 2001 sind diese Aufzeichnungen auch auf Deutsch unter dem Titel „Also wir leben noch“ erschienen.
Barbara Schmid lebt seit 1972 in Wien.
 

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