Stolpersteine für die ehemalige jüdische Gemeinde Güssing verlegt

Am 9. November 2021, anlässlich des 83. Jahrestages der Reichspogromnacht, wurde am Hauptplatz in Güssing eine feierliche Gedenkveranstaltung begangen. Im Zuge dessen wurden die ersten sogenannten Stolpersteine im Burgenland verlegt.

Bereits im Jahr 2019 wurden von Historiker/innen und Geschichtsinteressierten Stimmen laut, die Güssinger Gedenkkultur wieder zu beleben. Die Güssinger Stadtregierung förderte die Idee der Güssinger Historischen Gesellschaft, das Projekt Stolpersteine unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Hammer (Pädagogische Hochschule Steiermark) nach Güssing zu holen.
Schüler/innen schreiben Geschichte
Im Zuge der Vorbereitungsarbeiten wurden unter den 1938 vertriebenen Jüdinnen und Juden zehn Personen ausgewählt, zu denen u.a. im Rahmen eines Schulprojekts mit dem BORG Güssing geforscht wurde: Schüler/innen recherchierten zu den einzelnen Biografien, indem sie Quellen und Fachliteratur zusammenfügten, und wurden dabei professionell von Historikern begleitet. Die daraus entstandenen Kurzbiographien wurden im Rahmen der Gedenkveranstaltung und Stolpersteinverlegung am 9. November 2021 präsentiert.
Folgenden Personen wurden Stolpersteine verlegt: Jakob und Ida Grünfeld (Hauptplatz 7), Anna Lagler (Hauptstraße 1), Oskar und Piroska Mayer (Hauptstraße 4), Leopold und Helene Latzer sowie Aladar und Elsa Latzer (Pater Gratian Leser-Straße 4), Samuel Latzer (Pater Gratian Leser-Straße 6)
Die Güssinger Historische Gesellschaft (kontakt.ghg@gmail.com) plant künftig weitere Stolpersteinverlegungen. (Bericht von Dr. Michael Hammer)

Kategorisierung

Stichworte
Erinnerungskultur Jüdische Geschichte
Region/Bundesland
Burgenland
Erstellt am 2021-11-28T11:48:37+01:00, zuletzt geändert 2021-11-28T12:36:55+01:00