Connecting Memories

Erforschen – Bewahren – Teilen. Eine transnationale Community-Plattform zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit in Niederösterreich“

Während des Zweiten Weltkrieges wurden in fast allen Städten und Dörfern des Deutschen Reiches ausländische Zivilpersonen und Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit eingesetzt. Obwohl die NS-Zwangsarbeit seit vielen Jahren erforscht wird, sind zahlreiche Aspekte – etwa ihre regionalen Ausprägungen, die sozialen Beziehungen zur heimischen Zivilbevölkerung oder individuelle Schicksale – noch wenig bekannt. Dies gilt auch für Niederösterreich, wo die Geschichte der NS-Zwangsarbeit trotz wichtiger Grundlagenarbeiten bis heute nicht ausreichend erforscht und dokumentiert ist. Sowohl Nachkommen ehemaliger Zwangsarbeiter:innen als auch Bewohner:innen jener Orte, an denen Zwangsarbeit stattfand, bewahren jedoch noch private Dokumente, Fotos und andere Erinnerungsobjekte auf. Diese Materialien bieten wertvolle Einblicke in die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Zwangsarbeiter:innen während der NS-Zeit. Ebenso werden in vielen Familien bis heute Erinnerungen und Erzählungen weitergegeben.

Ziel der digitalen Plattform „Connecting Memories“ ist es, digitalisierte Materialien aus privater Hand zu sammeln, zu bewahren und für die Forschung zugänglich zu machen. Sie soll den Austausch zwischen Nachkommen, lokalen Initiativen, Wissenschaftler:innen und Expert:innen fördern und gemeinsame Sammlung sowie Forschung ermöglichen. Gemeinsam mit interessierten Citizen Scientists und Descendant Scientists werden im Projekt digitale Werkzeuge zur Archivierung, Wissensgenerierung und Forschung erprobt. Dabei entstehen neue Formen der Recherche, Zusammenarbeit, Datenvernetzung und Kommunikation. Als Fallbeispiele dienen die ungarisch-jüdische Zwangsarbeit in Niederösterreich sowie das Kriegsgefangenenlager Stalag XVII B in Krems-Gneixendorf. Die Beteiligung von Nachkommen und Interessierten am Thema Zwangsarbeit erfordert einen besonders reflexiven Zugang, da es sich um eine gewaltvolle Vergangenheit mit unterschiedlichen Erinnerungsgemeinschaften handelt. Das Projekt untersucht daher auch, welche Formen der Beteiligung und Auseinandersetzung im Umgang mit dieser komplexen Geschichte ein dialogisches  Erinnern und Forschen fördern können.

Gemeinsam Erinnerungen bewahren – Geschichte erforschen

Informationen: Carl Philipp Hoffmann, connectingmemories@donau-uni.ac.at Tel: +43 / 2732 / 893- 2545
Universität für Weiterbildung Krems, Department für Kunst- und Kulturwissenschaften, Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30, 3500 Krems.

Veröffentlicht am 22.02.2026, zuletzt geändert 22.02.2026