Podiumsdiskussion: Gedenken neu denken
- https://www.erinnern.at/bundeslaender/tirol/termine/podiumsdiskussion-gedenken-neu-denken
- Podiumsdiskussion: Gedenken neu denken
- 2026-11-05T18:00:00+01:00
- 2026-11-05T19:30:00+01:00
- Was braucht es, damit der Gedenkort Reichenau ein lebendiger Ort der Erinnerung wird?
05.11.2026 von 18:00 bis 19:30 (Europe/Vienna / UTC100)
Tirol
Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck
Referent:innen:
Dennis Forster M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter und Pädagoge an der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, dort für Bildungsprogramme mit unterschiedlichsten Zielgruppen verantwortlich – von Auszubildenden und Führungskräften der AUDI AG, US-Soldaten über Geflüchtete bis zu internationalen Jugendgruppen
Tobias Rettenbacher BA, Projektmitarbeiter des neuen Gedenkorts Reichenau und Sachbearbeiter in den Referaten Kulturentwicklung und Förderungen sowie Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Dr. Christian Mathies, ERINNERN:AT, Vermittlung des Gedenkortes Reichenau
Mag. Irene Girkinger, Intendantin des Tiroler Landestheater
Moderation: Tuğba Şababoğlu MA, Kulturvermittlerin bei den Tiroler Landesmuseen
2027 wird der Gedenkort Reichenau eröffnet. Er erinnert an die im ehemaligen NS-Lagerkomplex getöteten und inhaftierten Menschen. Die Errichtung der Gedenkstätte fällt in eine Zeit, in der es kaum noch Zeitzeug:innen gibt. Um die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel der Geschichte lebendig zu halten, braucht es deshalb heute neue Wege. Nur: Wieso sollte diese Geschichte junge Menschen interessieren, wenn sie kaum biografische Bezüge herstellen können? Was bedeutet die Gedenkstätte für Jugendliche heute? Vor allem für jene, deren Eltern, Großeltern, Urgroßeltern nicht aus Tirol oder Zentraleuropa kommen? Und wie können wir, auch trotz unterschiedlicher Familiengeschichten eine gemeinsame Gedenkpraxis entwickeln?
Dass Gedenkorte mit innovativen Konzepten Raum für diese aktuellen Herausforderungen in der Vielfaltsgesellschaft bieten können, zeigt etwa die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Im Projekt ReMember hat sie Jugendliche verschiedener Herkünfte zusammengebracht und eigene Erfahrungen mit Flucht, Ausgrenzung und antisemitischem Gedankengut vor dem geschichtlichen Hintergrund beleuchten und kreativ reflektieren lassen.
Welche Rolle können Gedenkorte in einer Zeit einnehmen, in der die Demokratie gegen autoritäre Strömungen wieder stärker verteidigt werden muss?
Die Stadt Innsbruck und das Haus der Begegnung laden in Kooperation mit den Tiroler Landesmuseen ein, an diesem Abend mit Expert:innen zu diskutieren, was es braucht, damit die Gedenkstätte zu einem Ort wird, an dem Jung und Alt heute erinnert, um das Morgen zu gestalten.
