Projekt: SchülerInnen machen ein Denkmal sichtbarer

Unter dem Titel „Schweres Erbe – Schwieriges Denkmal“ beschäftigten sich SchülerInnen der Mittelschulen Dornbirn-Markt und Dornbirn-Baumgarten mit der Frage, wie ein Gedenkstein für die Opfer des NS-Regimes mehr Beachtung finden kann.

In Kooperation mit dem Stadtmuseum Dornbirn beschäftigten sich SchülerInnen des Freifachs Politische Bildung mehrere Wochen mit dem Dornbirner Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus. Neben der bewegten Geschichte des Gedenksteins und der Biographien der darauf verzeichneten Menschen stand vor allem die Frage, wie man dieses Erinnerungszeichen sichtbarer machen kann, im Zentrum der Beschäftigung.

Unter fachlicher Begleitung von Barbara Motter (Stadtarchiv Dornbirn) und Architekt Wolfgang Schwarzmann (Institut für Architektur und Raumentwicklung der Universität Liechtenstein) entwickelten die SchülerInnen Ideen zur Verbesserung der Sichtbarkeit des Gedenksteins. Pädagogisch begleitet wurde die Gruppe von Raphael Honeder (Mittelschule Dornbirn-Markt) und Johannes Spies (_erinnern.at_). Ermöglicht wurde das Projekt durch die double-check-Kulturpartnerschaft 2020–2022 „Erbe & Erben“.

In der Umsetzung zeigten sich die SchülerInnen äußerst kreativ. Das Vorhaben wurde tatkräftig realisiert. Weiße Pfeile weisen Passanten im Zentrum Dornbirns den Weg zum Gedenkstein, der durch eine größere, zeitlich begrenzte Installation – einen großdimensionierter Pfeil aus Steinen – auf der Museumswiese ergänzt wird. Folgen Menschen den Pfeilen, wird die Intention deutlich: Es soll auf den oft übersehenen Gedenkstein hingewiesen und hingeführt werden. Die in schwarzer Farbe gehaltenen Sonnenschirme spenden Schatten, was die Wahrnehmung des Gedenksteins zusätzlich erhöhen und Menschen zum Verweilen sowie der Beschäftigung mit den Inhalten des Gedenksteins einladen soll.

SchülerInnen sprechen über das Projekt:

"Bei diesem Projekt habe ich viel über die NS-Zeit und ihre Opfer gelernt. Das hat dann auch mit uns zu tun, denn es hätten ja auch unsere Verwandten sein können. Das Aufstellen der Installation hat viel Spaß gemacht und es war eine schöne Zusammenarbeit mit den Leuten von der Stadt Dornbirn." (Nurallah Can)

"Ich denke, es ist wichtig, dass man die Opfer dieser schlimmen Zeit nicht vergisst – dazu wollen wir mit unserem Projekt beitragen. Wir haben viel Zeit und Mühe darin investiert und hoffen, dass die Leute es auch wahrnehmen. Es war schön, dieses Projekt gemeinsam umzusetzen." (Irem Menekse)

"Unser Ziel war, dass das Denkmal mehr Aufmerksamkeit bekommt, ich hoffe, das haben wir erreicht. Ich wusste vor dem Projekt nicht so viel über die Nazizeit und habe viel Neues gelernt. Auch wenn ich nicht denke, dass sowas nochmal passieren kann, ist es wichtig sich daran zu erinnern." (Amela Grahović)

"
Ich finde es schön, dass man uns Schüler diese große Aufgabe zugetraut hat und hoffe, die Leute schauen nicht nur einfach, sondern setzen sich wirklich mit dem Denkmal und dem Thema auseinander. Es war spannend, das ganze Projekt zu planen und umzusetzen." (Wladimir Godovanyuk)

_erinnern.at_ bedankt sich bei allen beteiligten ProjektpartnerInnen.

Erstellt am 2022-07-11T15:50:18+02:00, zuletzt geändert 2022-07-27T16:39:51+02:00