Webinar: Die Verfälschung und Verharmlosung des Holocaust als Thema für die Bildungsarbeit

Am 29. April laden die KIgA – Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus und das OeAD-Programm ERINNERN:AT zu einem gemeinsamen Webinar für LehrerInnen und politische BildnerInnen.
What Fortbildung
Wann

29.04.2025 von 14:00 bis 18:00 (Europe/Vienna / UTC200)

Bundesland

International, Österreich

Wo

Online

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Holocaust Verzerrung, Verharmlosung und Trivialisierung haben seit dem Terror der Hamas gegen Israel am 7. Oktober 2023 an Intensität zugenommen. Dennoch handelt es sich dabei nicht um ein neues Phänomen: Schon unmittelbar nach 1945 gab es Bestrebungen von Seiten der TäterInnen und MitläuferInnen, die Schuld an den NS-Verbrechen zu leugnen oder zu relativieren („Schuldabwehrmechanismus“) oder aus TäterInnen Opfer und aus Opfern TäterInnen zu machen („Opfer-Täter-Umkehr“). Später und mit zunehmendem Bewusstsein für die Erinnerung an den Holocaust sahen sich Jüdinnen und Juden immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, den Holocaust beziehungsweise die Shoah für eigene Vorteile zu nutzen. 

Heute, 80 Jahre nach der Befreiung, sind die Sozialen Medien ein wesentlicher Motor für die ungehinderte Verbreitung solcher Inhalte. Damit leisten sie antisemitischen Stereotypen und Haltungen Vorschub. Formen des sekundären oder auch Post-Shoah-Antisemitismus finden sich im rechtsextremistischen und islamistischen Spektrum, sind aber ebenso in der Mitte der Gesellschaft zu beobachten. Dies zeigte sich bei den Anti-Corona-Demonstrationen, auf denen sich GegnerInnen der staatlichen Maßnahmen mit der Anheftung des Judensterns als Opfer des Staates stilisierten und damit die Opfer des Holocaust und deren Nachfahren entwürdigten. Nach dem Ende der Pandemie bot der Russland-Ukraine-Krieg eine neue Plattform für derartige Inhalte, um schließlich nach dem 7.Oktober 2023 und dem anschließenden Gaza-Krieg noch einen bei weitem größeren Resonanzboden zu finden.   

ExpertInnen aus dem Kreis der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) haben seit 2023 ein Schulungsprogramm in englischer Sprache gegen Holocaust-Verzerrung entwickelt, deren Übersetzung und Adaption für die deutsch-sprachigen Länder  die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.) übernommen hat. Die deutsche Version des Bildungsmoduls wird nun mit Partnerorganisationen in Österreich und der Schweiz in Webinaren vorgestellt. Die TeilnehmerInnen sollen einen Einblick in die einzelnen Module und Methoden erhalten, um sie anschließend selbst mit SchülerInnen bzw. TeilnehmerInnen außerschulischer pädagogischer Programme durchführen zu können.  Ziel dieses Schulungsprogramms ist es, für die verschiedenen Formen von Holocaust Verzerrung und Verfälschung zu sensibilisieren und auf den damit oft verbundenen sekundären Antisemitismus aufmerksam zu machen.

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Programm


Grußwort
Patrick Siegele, Bereichsleiter „Holocaust Education“ beim OeAD, Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung

Grußwort und Einführung        
Dr. Juliane Wetzel, KIgA

Inhaltliche Durchführung ausgewählter Module        
Andrea Schnelzauer und Tabea Böker, KIgA

Abschluss und Feedback

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Teilnahme

Anmeldung per Mail an: erinnern@oead.at 
Zoom Link: https://us02web.zoom.us/j/5273329833?omn=81166735937
Meeting-ID: 527 332 9833


Die Veranstaltung wird gefördert vom Österreichisches Bundesministerium für Bildung, der IHRA und Bundesprogramm Demokratie leben!