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Gisela Hormayr: "Die Zukunft wird unser Sterben einmal anders beleuchten". Opfer des katholischen Widerstands in Tirol 1938-1945

Präsentationen im Landhaus 1, 8.5.2015, 11 Uhr, Parissaal, 1. Stock, Zi. C110. Präsentation im Haus der Begegnung, 18.5., 19.30 Uhr

Die Ordensschwester, die sich der Beschlagnahmung ihres Klosters nicht fügen wollte, der unbequeme kritische Priester, der katholische Familienvater, der seinen Kindern verbot, der Hitlerjugend beizutreten, das ausgeforschte Mitglied des organisierten katholisch-konservativen Widerstandes, die einfache „Volksgenossin", die unbedacht Kritik am NS-Regime äußerte: Sie alle gerieten nach 1938 in das Visier der Gestapo, allzu häufig denunziert von willfährigen MitbürgerInnen. Folter, Haft, Konzentrationslager oder Todesstrafe waren der Preis, den diese widerständigen Tirolerinnen und Tiroler für ihren aufrechten Gang bezahlen mussten.

Feldgerichte verhängten Todesurteile gegen Soldaten für oft geringfügige Vergehen oder angebliche „Feigheit vor dem Feind". Deserteure wurden sofort nach ihrer Ergreifung hingerichtet oder in Straflager und Strafbataillone geschickt – mit nur geringen Überlebenschancen. Noch in den letzten Kriegstagen starben zahlreiche Mitglieder lokaler Tiroler Widerstandsgruppen beim Versuch, ihre Heimatorte vor weiteren Zerstörungen zu bewahren. Noch in den letzten Kriegstagen starben zahlreiche Mitglieder lokaler Tiroler Widerstandsgruppen beim Versuch, ihre Heimatorte vor weiteren Zerstörungen zu bewahren.

Zu keinem Zeitpunkt konnte der Widerstand in Tirol die Macht des NS-Regimes ernsthaft gefährden: Mit welchen Mitteln der Nationalsozialismus dennoch jegliche Opposition bekämpfte, dokumentiert die Studie von Gisela Hormayr, die von erinnern.at betreut und vom Land Tirol finanziell unterstützt als Band 17 der von Horst Schreiber herausgegebenen „Studien zu Geschichte und Politik“ der Michael-Gaismair-Gesellschaft erschienen ist.

Die Täter fanden nach 1945 vielfach verständnisvolle Richter, während die Opfer in Vergessenheit gerieten und ihre Angehörigen mühselige bürokratische Wege zu beschreiten hatten, um geringfügige Entschädigungen zu erkämpfen. Die Überlebenden mussten feststellen, dass ihre Geschichte lange Zeit keinen Platz in der Erinnerungskultur der Tiroler Gesellschaft hatte.

Leseproben:

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