Gedenktafel Wasagasse

Unter der Leitung von Mag. Renate Mercsanits starteten SchülerInnen der 7.B Schuljahr 2003 das Projekt "Erinnerung", eine umfangreiche "Spurensuche" nach Ermordeten oder Vertriebenen. Schulprojekt, 29.3.2006

Zur Geschichte der Wasagasse: Die Schulkataloge und Jahresberichte des Gymnasiums lesen sich wie das "Who is Who" der österreichischen Kultur und Wissenschaftselite. Am bekanntesten sind zweifelsohne Karl Landsteiner, Stefan Zweig, Erich Fried und Friedrich Torberg. Aber hier ist die Liste längst nicht zu Ende: Erich Kleiber, Julius Tandler, Ludo Hartmann, Otto Leichter, Erwin Chargaff, Marcel Prawy, Peter Hammerschlag, Felix Salten, Ari Rath und viele andere könnten beispielsweise noch genannt werden.
Das Wasagymnasium war Teil einer blühenden jüdischen Kultur im 9.Bezirk: Um die Jahrhundertwende waren 70% der Schüler jüdisch; 1938 waren es 50%. Mit dem Beginn der Nazi-Herrschaft in Österreich wurde dem mit Gewalt ein Ende gesetzt.

Am 27.April 1938 erfolgte die Absonderung der jüdischen Mittelschüler und die Errichtung von rein jüdischen Mittelschulen. Die jüdischen Schüler der umliegenden Gymnasien wurden ans Gymnasium Wasagasse "umgeschult". Am 3.Juni wurde die jüdische Sammelschule G9 in den 17.Bezirk in die Kalvarienberggasse verlegt, das Gebäude von der NSDAP übernommen. Den jüdischen Schülern war dann ab dem Schuljahr 1938/39 der Besuch öffentlicher Schulen gänzlich untersagt.
Viele der ehemaligen Schüler und ihre Eltern konnten durch Flucht ihr Leben retten. Alle wurden um ihre Jugend gebracht. Sie wurden ausgeplündert, vertrieben und verfolgt. Ihre Familien wurden in den Vernichtungslagern der Nazis ermordet.

Vor dem Hintergrund dieser Schulgeschichte entschloss sich die AHS Wasagasse, getragen vom massiven Engagement der Lehrerin Mag. Renate Mercsanits und den SchülerInnen, das Projekt "Erinnerung" zu starten und eine umfangreiche "Spurensuche" zu beginnen.
Die Spurensuche ist zu einer Suche nach ermordeten oder vertriebenen Menschen geworden.   konnten dieses Projekt tragen. Diese Klasse, die auch eine Exkursion nach Auschwitz machte, hat mittlerweile maturiert. Das Projekt wurde auf anderen Ebenen mit anderen Klassen in mehreren Fächern weitergeführt. Schulklassen wurden immer wieder mit den Schicksalen der ehemaligen jüdischen Schüler und Lehrer konfrontiert.

Dokumente zum Download:

  • Dokument: Namensänderung Erna Sara Hendelsohn - hier
  • Dokument 43: Heeresbericht 3.9.1918 - hier
  • Projektbeschreibung: Beschreibung des Schulprojekts - hier
  • Dokument 14: Bescheid Vermögensabgabe - hier
  • Dokument 17: Pfandbestätigung Schmuckverkauf - hier
  • Dokument 25: Todeserklärung Selma Lewy-Mohr - hier
  • Dokument 25b: Vermögensrückforderung durch Franz Novak für Erbe Selma Lewy-Mohr - hier
  • Dokument 40: Gesuch zur Einstellung als Einjährig-Freiwilliger des Ernst Hendelsohn - hier
  • Biographien Schwestern Mohr: Biograpien der Schwestern Mohr und ihre Nachkommen - hier
  • Dokument 42: Letzter Brief Ernst Hendelsohn - hier
  • Dokument 45: Todesnachricht Ernst Hendelsohn - hier
  • Dokument 57: Letzter Brief Alfed Krotoszyner - hier
  • Dokument 62: Austritt Erna Hendelsohn aus IKG - hier
  • Stammbaum Familie Mohr: Stammbaum der Familien Mohr-Lewy-Novak - hier
  • Abschrift (Transkript) aller Dokumente - hier
  • Dokument 20a: Selma Lewy-Mohr verkauft zwangsweise ihre Grundstücke - hier
  • Dokument 41: Verleihung Eisernes Kreuz an Ernst Hendelsohn - hier
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