„Damals hieß ich Rita" - Mit Kindern über Nationalsozialismus und Holocaust sprechen

What PH-Seminar
Wann

20.05.2026 von 14:30 bis 17:00 (Europe/Vienna / UTC200)

Bundesland

Tirol

Wo

Pädagogische Hochschule Tirol

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Im Mittelpunkt der Fortbildung steht das Lehren und Lernen über Nationalsozialismus, Holocaust und jüdische Geschichte für Kinder im Alter zwischen 10 und 14 Jahren (4. Klasse Volksschule bis 4. Klasse Unterstufe).

Zur Arbeit mit diesen Zielgruppen eigenen sich insbesondere Lebensgeschichten von Personen, die als Kinder die Shoa überlebten und die Leserinnen und Leser mit auf den Weg ihres eigenen Erinnerungsprozesses nehmen.

Als ein besonders geeignetes Beispiel für diesen altersgerechten Zugang wird das Buch „Damals hieß ich Rita“ vorgestellt. Zu diesem gibt es seit 2025 begleitende Lernmaterialien, entwickelt vom OeAD-Programm ERINNERN:AT und dem Anne Frank Zentrum in Berlin.

Gemeinsam mit der Kinderbuch-Illustratorin Francis Kaiser stellen die Volksschullehrerinnen Gertraud Hoheneder und Sharon Stamberger vor, wie man mit dem Buch arbeiten kann und welche Prinzipien bei der Bearbeitung dieses Themas mit Kindern berücksichtigt werden sollen.

Die Referentinnen möchten aufzeigen, wie mit dem Unterrichtsmaterial zum Buch, kindgerechte und lebensweltorientierte Zugänge zur Geschichte der Shoa ermöglicht werden können.

Die Fortbildung findet an der PH Tirol (Pastorstraße 7) statt. Der Raum wird den TeilnehmerInnen vorab per Mail bekannt gegeben. Die Anmeldung erfolgt hier.

Rozette Kats, deren Lebensgeschichte im Buch erzählt wird, ist am 20. Mai 2026 zu Gast in Innsbruck und wird um 19:00 Uhr im Landhaus (Festsaal, 1. Stock) sprechen. Dazu sind alle Teilnehmenden herzlich eingeladen. Um Anmeldung wird gebeten.

  

Zielgruppe

Lehrpersonen der Primarstufe sowie Sekundarstufe I

Referentinnen

Francis Kaiser, Sharon Stamberger Esztl, Getraud Hoheneder

Für Fragen

Christian Mathies, PH Tirol | ch.mathies(a)ph-tirol.ac.at

  

Ablauf

14:30 Eröffnung und Vorstellung des Buches durch Francis Kaiser
15:15 Pause
15:30 Vorstellung der Unterrichtsmaterialien zum Buch
15:45 theoretischer Input: Einführung in altersgerechte Vermittlungskonzepte zu den Themen Nationalsozialismus und Holocaust
16:00 praktische Anwendungsmöglichkeiten
16:15 Arbeitsgruppenphase zu einzelnen Unterrichtseinheiten
16:40 Reflexion und Abschluss
17:00 Ende der Fortbildung

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19:00 Zeitzeuginnengespräch mit Rozette Kats im Tiroler Landtag

   

Zu Rozette Kats

Rozette Kats wurde am 27. Mai 1942 in Amsterdam in eine jüdische Familie geboren. Angesichts der nationalsozialistischen Verfolgung kam sie im Alter von acht Monaten in die Obhut eines niederländischen Ehepaares, das Rozette fortan Rita nannte. Die Eltern wurden mit Rozettes Bruder, der noch ein Säugling war, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Vom Schicksal ihrer Eltern und ihrem wahren Namen erfuhr Rozette im Mai 1948, kurz vor ihrem sechsten Geburtstag.

Seit den 1990er Jahren tritt Rozette Kats als Holocaust-Überlebende in niederländischen und deutschen Schulen auf. Am 27. Januar 2023, dem internationalen Holocaust Gedenktag, sprach sie in der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages.

Die Geschichte von Rozette wurde von Lutz van Dijk und Francis Kaiser für ein Kinderbuch bearbeitet, zu dem es seit 2025 Unterrichtsmaterialien für die Volksschule gibt.