Sanierung des jüdischen Friedhofs in Krems

IKG und Stadt Krems planen die nächsten Schritte

Der jüdische Friedhof in Krems ist nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch ein historisches Dokument der jüdischen Gemeinde der Region. Überreste eines bereits 1936 geschlossenen und mehrfach geschändeten Friedhofs wurden auf diesen neuen Friedhof überführt. Zudem erinnert ein 1995 errichtetes Denkmal des Künstlers Hans Kupelwieser an die jüdischen Bürger:innen von Krems, die 1938 hier lebten – ihre Namen sind dort in einem über 40 Meter langen Metallband verewigt.  Der Friedhof selbst weist einige Besonderheiten auf, etwa Grabstätten mit Fotografien – im jüdischen Kontext eine Seltenheit – sowie historische Zeugnisse, die bis in die Zeit des 19. Jahrhunderts zurückreichen und auch von antisemitischen Zuschreibungen jener Zeit erzählen. Insgesamt sind hier rund 177 Personen bestattet, das letzte Begräbnis fand 1972 statt. 
Die Stadt Krems, die IKG Wien und das Land Niederösterreich planen gemeinsam die Instandsetzung und Instandhaltung des Friedhofs mit Unterstützung des BDA. Die Stadt Krems möchte den Friedhof vor allem auch einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen. 2024 wurde mit KremsMachtGeschichte - in Kooperation mit erinnern.at - ein Zeitgeschichte Themenweg durch Krems eröffnet. Eine wichtige Station ist der jüdische Friedhof der derzeit noch nicht in die Vermittlung muteinbezogen werden kann. Das soll sich in nächster Zeit ändern.

Foto: Historiker Robert Streibel, Johanna Albrecht-Steiner (Bundesdenkmalamt), Immobilienleiter Thomas Zäuner, Vizepräsidentin Claudia Prutscher und Generalsekretär Benjamin Nägele der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Kulturamtsleiter Gregor Kremser, Kulturgemeinderätin Elisabeth Kreuzhuber und Bereichsleiterin Doris Denk (Bildung, Kultur und Tourismus) sowie Bürgermeister Peter Molnar der Stadt Krems am Kremser jüdischen Friedhof – von links. (c) Stadt Krems

Veröffentlicht am 29.04.2026, zuletzt geändert 29.04.2026