Putzenwald in Imst: Erinnerung an SS-Männer

Eine Gedenkstätte im Imster Putzenwald erinnert an drei Soldaten, die US-Soldaten rund 10 Tage nach Kriegsende hinrichteten.
Was die Erinnerungstafel nicht erwähnt: Es waren SS-Männer.

Drei junge Männer der Waffen-SS, zwei von ihnen Mitglied der SS-Totenkopfverbände, Hans Rieser aus Ungarn und Harida Joung (Arie de Jong) aus Holland, sowie Rudolf (Rolf Hans Erwin) Rasenhorn aus Norddeutschland, versteckten sich nach einem Aufenthalt im Reservelazarett Zams bei einer Familie in der Südtiroler Grettert-Siedlung in Imst. Eine Nachbarin soll die US-Militärbehörden verständigt haben.

Am 19. Mai 1945 führten amerikanische Soldaten die beiden 24-Jährigen und den 26-Jährigen in die Putzenschlucht und erschossen sie. Näheres ist nicht bekannt. In der Bevölkerung entstand rasch die Rede vom böswilligen Verrat und dem Mord an Unschuldigen. Mitglieder des Imster Kameradschaftsbundes pflegten diese Erzählung und widmeten ihr eine eigene Gedenktafel. (Horst Schreiber: Endzeit. Krieg und Alltag in Tirol 1945, S. 319)

Barbara Heltschl und Andreas Wohlfahrter brachten am Gedenkzeichen eine Zusatztafel an, die auf die SS-Mitgliedschaft der drei Männer hinwies, jedoch bald darauf heruntergerissen wurde.

Was mit diesem Denkmal geschehen soll, ist nun Gegenstand einer breit geführten Debatte.

Imst hadert mit Gedenkkultur, TT, 1.7.2021

 

Mehr als nur „einfache Soldaten“, Rundschau, 6.7.2021

 

Aufregung um Ehrenmal für SS-Soldaten in Tiroler Gemeindewald, Der Standard, 9.7.2021

 

„Ein stilles Gebet“ für Männer der SS, Rundschau, 13.7.2021

 

Zweifelhafte Gedenkstätte in Imst, tirol.ORF.at, 15.7.2021

Erstellt am 2021-07-16T19:31:50+02:00, zuletzt geändert 2021-07-18T23:24:20+02:00