Vermittlungsangebote zur Ausstellung „Heimatlos: Wiener Juden im Exil“
Die Ausstellung "Heimatlos: Wiener Juden im Exil" wird am 30. September 2026 eröffnet und wird bis 4. April 2027 im JMW (Standort Judenplatz) zu sehen sein. Drei neue partizipative Vermittlungsangebote für Jugendliche und Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren werden die Ausstellung begleiten.
Ausstellungsbeschreibung
Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 wurde Wien zum Ausgangspunkt einer beispiellosen Vertreibung. Tausende jüdische Wienerinnen und Wiener sahen sich gezwungen, ihre Heimat, ihr Eigentum, ihre Berufe und ihre sozialen Netzwerke zurückzulassen, um ihr Leben zu retten. Sie fanden Zuflucht in den unterschiedlichsten Teilen der Welt und mussten fern ihrer vertrauten Umgebung einen Neuanfang wagen.
Die Ausstellung „Heimatlos: Wiener Juden im Exil“ erzählt die bewegenden Lebensgeschichten dieser Menschen. Anhand persönlicher Objekte, Dokumente und Erinnerungen wird sichtbar, welche Herausforderungen, Verluste, aber auch Hoffnungen das Leben im Exil prägten. Die Ausstellung beleuchtet die vielfältigen Erfahrungen von Flucht, Fremdsein und Neuanfang und stellt zugleich eine Frage, die bis heute aktuell ist: Was bedeutet Heimat?
Zwischen Erinnerung und Gegenwart eröffnet die Schau neue Perspektiven auf Exil, Zugehörigkeit und Identität. Sie macht deutlich, wie einschneidend der Verlust von Heimat sein kann und wie Menschen trotz größter Umbrüche neue Wege finden, ihr Leben zu gestalten.
Vermittlungsangebote: Was bedeutet Heimat? Kann man eine Sprache vermissen? Hat Heimat vielleicht sogar eine Adresse?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der drei partizipativen Workshops zur Ausstellung. Ausgehend von den Lebensgeschichten jener jüdischen Wienerinnen und Wiener, die nach dem „Anschluss“ 1938 verfolgt, entrechtet und zur Flucht gezwungen wurden, setzen sich Schüler:innen mit den Themen Heimat, Identität, Sprache, Erinnerung und Exil auseinander.
Die Workshops schaffen Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Historische Objekte, persönliche Schicksale und originale Wiener Adressen werden zum Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Fragen, die bis heute aktuell sind: Was macht Heimat aus? Welche Rolle spielen Sprache, Herkunft und Erinnerungen? Und wie verändern Erfahrungen von Flucht, Migration oder Verlust das eigene Verständnis von Zugehörigkeit?
Durch kreative Aufgaben, gemeinsame Gespräche und die aktive Erkundung der Ausstellung werden die Schüler:innen eingeladen, ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven einzubringen. Dabei entstehen Brücken zwischen den Lebensgeschichten der Wiener Jüdinnen und Juden im Exil und den vielfältigen Lebenswelten junger Menschen heute.
Die drei Workshops „Wie viel Heimat braucht der Mensch?“, „Mutterland und Vatersprache“ und „Die Adressen der Heimat“ bieten unterschiedliche Zugänge zur Ausstellung und fördern historisches Lernen, Empathie sowie die Reflexion über die eigene Identität und gesellschaftliche Zusammengehörigkeit. Sie sind geeignet für Schüler:innen ab 12 Jahren.
Im Rahmen der Kooperation „Geschichte in Geschichten“ zwischen dem JMW und ERINNERN:AT-Wien werden die Ausstellung und die Vermittlungsangebote am 19. Oktober 2026 von 16:00-18:00 im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung inklusive Kurator:innenfürhung von Caitlin Gura vorgestellt. Nähere Informationen und Anmeldung dazu finden Sie hier.
