Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome

„Mir ist, als würde mir heute noch ein Stück aus meiner Seele gerissen werden“ – Lesung im Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome
What Gedenkveranstaltung
Wann

09.11.2026 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Vienna / UTC100)

Bundesland

Wien

Wo

Bank-Austria-Salon im Alten Rathaus, Wipplingerstraße 6–8, 1010 Wien

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Mit dem „Anschluss“ Österreichs an NS-Deutschland im März 1938 begann die systematische Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung. Brutale Ausschreitungen gegen Jüd*innen begannen bereits in den „Anschluss“-Tagen und eskalierten noch einmal im November 1938. Die Verfolgung nahm bald aber auch andere, bürokratischere Formen an: Im Juni 1938 delogierte das Wiener Wohnungsamt mehr als 4.000 Jüd*innen aus den Gemeindebauten, was den historischen Auftakt zu einer Reihe antisemitischer Mietverordnungen und der Zwangsumsiedlung der jüdischen Bevölkerung bildete.

Die Gedenkveranstaltung „Mir ist, als würde mir heute noch ein Stück aus meiner Seele gerissen werden“ zum Jahrestag der Novemberpogrome widmet sich den Schicksalen der vertriebenen jüdischen Mieter*innen. Im Zuge mehrjähriger Forschungen zu den Wiener Gemeindebauten in Austrofaschismus und Nationalsozialismus konnte das DÖW die Lebenswege von 3.601 Jüd*innen rekonstruieren.

Mehr als 1.100 der aus den Gemeindebauten vertriebenen Menschen wurden in der Shoah ermordet. Auszüge aus Tagebüchern, Briefen und Interviews mit Überlebenden berichten vom jähen Einbruch der Gewalt in einen friedlichen Alltag. Die Berichte erzählen eindringlich von feindseligen Nachbar*innen, offener Denunziation und dem Moment, in dem das eigene vertraute Wohnzimmer zum Startpunkt der systematischen Verfolgung wurde.

Lesung Katharina Stemberger

Vortrag Wolfgang Schellenbacher

Musik Dorothee Helene Breidler

Einritt frei, um Anmeldung wird gebeten: zur Anmeldung.