Studie Ina Friedmann: Zwangssterilisierungen und Zwangskastrationen im Gau Tirol- Vorarlberg

Endbericht des Forschungsprojekts „Unfruchtbarmachung“ und „freiwillige Entmannung“. Die Innsbrucker Universitäts-Kliniken und die Erbgesundheitsgerichte des Reichsgaues Tirol und Vorarlberg

Eine amtliche Meldung nach dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses liegt nach aktuellem Forschungsstand über 984 Personen im Gau Tirol-Vorarlberg vor, dabei handelt es sich um die gesicherte Mindestzahl. Die reale Zahl ist aufgrund fehlender Aktenbestände wohl wesentlich höher anzusetzen. 477 Erbgesundheitsgerichtsverfahren, die vor den Erbgesundheitsgerichten Innsbruck und Feldkirch verhandelt wurden, konnten rekonstruiert werden. An 324 Menschen wurden die angeordneten Zwangseingriffe in der Folge nachweislich vollzogen. Auch hierbei handelt es sich um die gesicherte Mindestzahl.

27% der Zwangseingriffe wurden an der Innsbrucker Universitätsklinik durchgeführt: 40 Operationen an der Chirurgie (Männer) und 48 an der Gynäkologie (Frauen). Mit 30% weist das Sanatorium Mehrerau/Vorarlberg (Männer und Frauen) den höchsten Wert an Zwangssterilisierungen auf, das Krankenhaus Hall/Tirol folgt mit 22% (Männer und Frauen) an dritter Stelle.

Erstellt am 2020-10-04T10:29:26+01:00, zuletzt geändert 2020-12-13T00:26:40+01:00