IWalk „Jüdisches Leben in Graz vor 1938“ – Virtueller Rundgang

Der neu entwickelte IWalk „Jüdisches Leben in Graz vor 1938“ ist ab sofort verfügbar. Der app-basierte Rundgang entstand in Kooperation zwischen ERINNERN:AT und der Zachor Foundation for Social Remembrance Budapest.

Das kostenlose Bildungsangebot lädt dazu ein, die Spuren und die Vielfalt jüdischen Lebens in Graz vor 1938 neu zu entdecken und im heutigen Stadtbild bewusst wahrzunehmen. Mit der IWalk-App können NutzerInnen von zuhause, im Klassenzimmer oder direkt vor Ort den Grazer Bezirk Gries erkunden und die einst prägende Vielfalt jüdischen Lebens kennenlernen.

Auf dem Rundgang durch Gries berichten Holocaustüberlebende in kurzen ZeitzeugInnen-Interviews von ihrer Kindheit und Jugend in Graz. Durch historische Fotografien und verschiedene Erinnerungszeichen bekommen die NutzerInnen einen Einblick in das alltägliche Leben von Jüdinnen und Juden in der steirischen Landeshauptstadt vor 1938.

Ausgehend von konkreten Grazer Lokalgeschichten werden Themen wie Sport, Identität, Kulinarik, Vereins- und Religionsleben, Schule sowie Antisemitismus anschaulich vermittelt – Themen, die auch für die Gegenwart hohe Relevanz haben. Wissens- und Reflexionsfragen laden dazu ein, sich eigenständig und kritisch mit den Inhalten auseinanderzusetzen und Bezüge zur eigenen Lebenswelt herzustellen.

Der von den Historikerinnen Melanie Göttfried und Maria Pasaricek unter der Leitung von Gerald Lamprecht, ERINNERN:AT Steiermark und Centrum für Jüdische Studien Graz, konzipierte IWalk richtet sich insbesondere an SchülerInnen ab der 8. Schulstufe. Der Rundgang eröffnet neue Blicke auf Graz, sensibilisiert für Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum und vermittelt deren historische Hintergründe. Gleichzeitig lernen die Teilnehmenden, Oral-History-Interviews als eigenständige Quellenform zu begreifen und Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen.

Im schulischen Kontext können Lehrpersonen die Arbeitsergebnisse der SchülerInnen über die Plattform IWitness begleiten. Für die Teilnahme am etwa einstündigen IWalk ist kein Vorwissen erforderlich; ein integriertes Glossar unterstützt bei unbekannten Begriffen.

IWitness bietet darüber hinaus Aktivitäten für SchülerInnen sowie didaktische Materialien für den Unterricht mit ZeitzeugInnen-Interviews aus dem USC Visual History Archive. Mit fast 60.000 Video-Interviews von Überlebenden des Holocaust und anderer Genozide zählt es zu den größten digitalen Videoarchiven weltweit.

 

Lernziele

Nach diesem IWalk können SchülerInnen …

  •  …  jüdisches Leben in Graz vor 1938 und zentrale Lebensbereiche (z. B. Schule, Sport, Religion, Vereinsleben) beschreiben.
  •  …  die Bedeutung von Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum benennen sowie deren historische Hintergründe erläutern.
  • …  reflektieren, wie Geschichte im heutigen Stadtbild sichtbar bleibt bzw. unsichtbar gemacht wurde und wird.
  • … sich mit Video-Interviews von Holocaustüberlebenden als Form der Oral History auseinandersetzen und diese als historische Quelle begreifen.
  • … Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellen und die Bedeutung von Erinnerungskultur für eine demokratische Gesellschaft diskutieren.

 

Alle österreichischen IWalks und Download der IWalk App

Der virtuelle Rundgang läuft über die IWalk-App. Die App kann kostenfrei am eigenen Smartphone installiert und der gewünschte IWalk dann in der App gedownloaded werden. Nach dem erfolgreichen Download der ist keine Internetverbindung mehr für die Durchführung der IWalks nötig. Hier finden Sie alle österreichischen IWalks von ERINNERN:AT, alle Hintergrundinformationen und Downloads.

Veröffentlicht am 10.03.2026, zuletzt geändert 16.03.2026