Dialogprogramm: LIKRAT – Lass uns reden!

  

Was ist LIKRAT?

LIKRAT ist ein Programm, das den Dialog zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Jugendlichen fördert. Ursprünglich 2002 vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) ins Leben gerufen, hat sich das Projekt seither zu einem europaweiten Erfolgsmodell entwickelt. Seit 2015 gibt es das Programm auch in Österreich. Ziel des Programms ist es, antisemitische und antijüdische Stereotype abzubauen, ein pluralistisches Bewusstsein zu schaffen und echte Begegnungen zwischen jungen Menschen zu ermöglichen. Die Devise des Programms lautet: Wer sich kennt, begegnet einander mit Respekt.

  

Wie funktioniert LIKRAT?

Jüdische Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren besuchen im Vorfeld Workshops und Seminare, die sie in den Bereichen Religion, Israel, Jüdische Geschichte, Shoah, Rhetorik, Kommunikation und Gruppendynamik fortbilden. Nach dieser Ausbildung besuchen die sogenannten „Likratinos/as“ diverse Bildungseinrichtungen, um mit nicht-jüdischen Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Statt Frontalvorträgen oder der Vermittlung von Lehrbuchwissen geht es um einen offenen Dialog auf Augenhöhe, bei dem alle Fragen erlaubt sind. Die besuchten Gruppen dürfen fragen, was sie interessiert: Wie lebt man als jüdische Jugendliche in Österreich? Gibt es Regeln beim Essen? Wie geht man mit Vorurteilen um? Die Likratinos/as antworten ehrlich und aus ihrer eigenen Perspektive. So wird ein authentischer Einblick in aktives jüdisches Leben möglich.

  

Warum LIKRAT?

LIKRAT, hebräisch für „aufeinander zugehen“, setzt auf die „Peer-to-Peer“-Methode. Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Gleichaltrigen schafft eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der auch kritische Fragen offen gestellt werden können. Viele Jugendliche begegnen durch LIKRAT zum ersten Mal in ihrem Leben einer jüdischen Person. Das Projekt hebt Gemeinsamkeiten hervor, klärt mögliche Vorurteile auf und zeigt, dass ethnische Herkunft, Religion oder Hautfarbe keine Rolle spielen sollten. Der Mensch dahinter zählt.

  

Ziele von LIKRAT

·  Antisemitischen und antijüdischen Ressentiments und Vorurteilen entgegenwirken
·  SchülerInnen können sich nach den Begegnungen besser vorstellen, wie jüdische Jugendliche in Österreich leben
·  Unterschiede im Alltagsleben von jüdischen und nicht-jüdischen Jugendlichen weniger bedeutend: Perspektivübernahme wird innerhalb einer Begegnung durch Informationen über das Judentum unterstützt
·  Der Austausch zwischen den jüdischen und nicht-jüdischen SchülerInnen ermöglicht einen besseren Einblick in den jüdischen Alltag
·  LIKRAT zielt darauf ab, aus der Vergangenheit zu lernen und antisemitischen Vorfällen und jeglichen Formen von Rassismus entgegenzuwirken

  

LIKRAT an die Schule holen

LIKRAT setzt einen theoretischen Ansatz in die Praxis um. Eine Umfrage des Programms zeigt eine positive Bilanz: 93 % der besuchten Jugendlichen gaben an, dass sie ihre Erfahrungen mit Likrat weiterempfehlen würden. LIKRAT verändert Perspektiven und schafft echte Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens. Das Angebot kann in den Unterricht verschiedener Fächer integriert werden, wie etwa in Geschichte, Deutsch, Ethik oder Religion, und kann direkt im Klassenzimmer stattfinden. Lehrkräfte, die Likratinas/Likratinos, in ihren Unterricht einladen möchten oder Fragen zum Programm haben, können sich an folgenden Kontakt wenden:

Telefon: 01 / 531 04 - 168
E-Mail: likrat(a)ikg-wien.at

  

Weitere Informationen zum Dialogprogramm Likrat

 

Zuordnung

Kategorien
Schulprojekt
Themen
Antisemitismus
Region/Bundesland
Österreich
Schulstufe
Sekundarstufe II (14-19 Jahre)
Veröffentlicht am 03.08.2026, zuletzt geändert 03.08.2026