LehrerInnenbildung zur Antisemitismusprävention – ein Handbuch für AusbilderInnen

Mit ihrer vierteiligen Publikation "Addressing Anti-Semitism in Schools: Training Curricula” bieten ODIHR und UNESCO Richtlinien für die LehrerInnenausbildung im Bereich Prävention von Antisemitismus. Die einzelnen Manuals richten sich an die VerantwortungsträgerInnen in den jeweiligen Schultypen.

Die neue Publikation stellt AusbilderInnen der LehrerInnenbildung sowie den Pädagogischen Hochschulen und SchuldirektorInnen ein praxisorientiertes Handbuch zur Bildungsarbeit über Antisemitismus zur Seite.  Das englischsprachige Handbuch widmet sich innerhalb vier verschiedener Teile den besonderen Herausforderungen der jeweiligen Schulart und der spezifischen Unterrichtssituation der auszubildenden Lehrpersonen. Die vier Hefte bieten LehrerInnenausbilderInnen konkrete Vorschläge für die Erstellung von Lehrplänen. Weiters werden konkrete pädagogische Methoden vorgestellt, um die Themen Intoleranz, Vorurteile, Rassismus und Antisemitismus in der LehrerInnenausbildung zu behandeln.

"Addressing Anti-Semitism in Schools: Training Curricula” wurde vom Office for Democratic Institutions and Human Rights (ODIHR), einer Unterorganisation der OSZE, und der UNESCO mit der Unterstützung des University College London’s Centre for Holocaust Education entwickelt. _erinnern.at_ war ebenso an der Erstellung der Leitfäden beteiligt. Damit liefert die Publikation einen wichtigen Beitrag zur Antisemitismusprävention durch Bildung, die im Jahr 2020 einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit von _erinnern.at_ darstellt, um Akteure der Bildungsarbeit bei den Herausforderungen der Antisemitismusprävention zu unterstützen.

„Diese vom University College London im Auftrag von UNESCO und OSZE/ODIHR herausgegebenen Broschüren markieren einen essentiellen Fortschritt, bieten sie doch konkrete Vorschläge zur Verbesserung des Umgangs mit Antisemitismus an Schulen. Sie adressieren die Lehrerbildung ebenso wie die Schulstruktur und sie betonen dabei den Umgang mit konkreten antisemitischen Vorfällen. Diese Ansätze werden für unser aktuelles Projekt, bei dem es um die Ausbildung von Lehrpersonen geht und das wir gemeinsam mit der PH Luzern und der Geschäftsstelle des bayrischen Beauftragten gegen Antisemitismus durchführen, von großer Bedeutung sein“, so Werner Dreier, Geschäftsführer von _erinnern.at_.

Prävention von Antisemitismus in der LehrerInnenausbildung

Das vierteilige Handbuch bietet praxisnahe Leitlinien und Handlungsempfehlungen für Akteure der LehrerInnenausbildung an: Der erste Teil wurde eigens zum Training von Lehrkräften erstellt, die in der Volksschule unterrichten. Der zweite Teil ist auf die Ausbildung von LehrerInnen an weiterführenden Schulen und der dritte Teil für die Ausbildung von Lehrpersonen an Berufsschulen ausgerichtet. Mit dem vierten Teil erhalten auch SchuldirektorInnen ein auf sie abgestimmtes Manual zur Implementierung und Umsetzung der Prävention von Antisemitismus an ihren Schulen.

Auf den Anwendungskontext abgestimmt bietet das Handbuch entsprechende Leitlinien und -fragen sowie konkrete pädagogische Methoden an, um die Themen Intoleranz, Vorurteile, Rassismus und Antisemitismus in der LehrerInnenausbildung zu behandeln. Anwendungsbeispiele und Hinweise auf Lernmaterialen erleichtern die praktische Umsetzung zusätzlich. Das Handbuch legt einen besonderen Fokus auf die eigene selbstreflexive Weiterentwicklung der Lehrkräfte im Umgang mit dem Thema Antisemitismus und schwierigen Situationen zum Thema im Schulalltag.


Eine internationale Publikation – Mitwirkung von _erinnern.at_

Die Publikation wurde im Rahmen des UNESCO-Programms zu Global Citizenship Education entwickelt und ist Teil des ODIHR-Projektes „Turning Words into Action to Address Anti-Semitism“. Vorgestellt wurde die Publikation am 24. November 2020 im Rahmen einer Online-Tagung der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA).

 “We are confident that, this way, UNESCO and ODIHR will be able to support our respective Member/participating States in harnessing the power of education to help young people become more resilient, critically-minded and proactively engaged when confronted with anti-Semitism and other forms of intolerance and discrimination. In these uncertain times, when hateful discourses and extremist movements are feeding on angst and frustration, eroding democratic principles and destabilizing our societies, we are convinced that this work has never been so important.", so beschreiben Kishan Manocha, der Leiter des Tolerance and Non-Discrimination Departments ODIHR und Cecilia Barbieri, die Leiterin der UNESCO Section of Global Citizenship and Peace education das Ziel und die Bedeutung der Publikation als erfolgreiches internationales Kooperationsprojekt.  


Handbücher herunterladen

Die jeweiligen Teile des Handbuches können einzeln bezogen werden –  das Handbuch und die einzelnen Teile sowie eine zusammenfassende Broschüre zu der Publikation sind kostenfrei erhältlich und werden im Folgenden von _erinnern.at_ zum freien Download zur Verfügung gestellt.

 

Links

Prävention von Antisemitismus durch Bildung – neue Initiative von _erinnern.at_

Internationales Projekt "Gegen Antisemitismus in Schulen und Hochschulen"

UNESCO: Global citizenship education: topics and learning objectives

UNESCO: Bildung zu verantwortlichen und aktiven WeltbürgerInnen

Weitere Publikationen zum Thema Antisemitismus:

„Addressing Anti-Semitism through Education“ – Handbuch von ODIHR und UNESCO

Handbuch: „Empfehlungen für das Lehren und Lernen über den Holocaust“ – Handbuch der IHRA

Erstellt am 2020-12-02T18:21:41+01:00, zuletzt geändert 2020-12-09T15:42:01+01:00