Präsentation der Handreichung „Antisemitismus. Gesellschaftliche Herausforderung und pädagogisches Handeln“

Die neue Handreichung für Lehrkräfte wurde am 4. Februar 2026 im Salzburger Stefan-Zweig-Zentrum präsentiert. Die Veranstaltung erfolgte in Kooperation mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) und der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig.

Antisemitismus ist und bleibt eine große gesellschaftliche und damit auch schulische Herausforderung. Antisemitische Vorstellungen sind in der Gesellschaft nach wie vor tief verankert. Ob codiert oder offen, ob öffentlich oder privat – Stereotype und Feindbilder sind in Österreich auf vielfältige Art präsent und kommen immer wieder zum Vorschein. 

Doch wie können Pädagoginnen und Pädagogen Antisemitismus im Klassenzimmer begegnen? Darauf soll die Handreichung die vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) und dem OeAD-Programm ERINNERN:AT in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Salzburg herausgegeben wurde Antworten geben. Sie soll Lehrpersonen dabei unterstützen, Antisemitismus entgegenzutreten – sowohl wenn er geäußert wird als auch zur Prävention. Die Handreichung stellt Handlungsempfehlungen vor und gibt einen kompakten Überblick über die Geschichte, Erscheinungsformen und Funktionen von Antisemitismus. Sie vermittelt den LeserInnen grundlegendes Wissen, um Antisemitismus zu erkennen, zu benennen und dagegen zu handeln.

„Der OeAD setzt sich mit seinen Programmen und Angebote dafür ein, dass Schulen sichere, diskriminierungsfreie und inklusive Orte sind, die allen Schülerinnen und Schüler die Chance auf Bildung eröffnen. Dazu gehört auch, sich präventiv mit Antisemitismus auseinanderzusetzen“, sagt OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice zur neuen Veröffentlichung.

„LehrerInnen können einen immens wichtigen Beitrag in der Auseinandersetzung mit den vielfältigen Formen des Antisemitismus leisten. Dabei dürfen wir sie nicht alleine lassen. Wir geben ihnen mit der Handreichung ein Werkzeug mit, um Antisemitismus effektiv erkennen, benennen und bekämpfen zu können“, sagt Andreas Kranebitter, Wissenschaftlicher Leiter des DÖW.

Die AutorInnen Bianca Kämpf (DÖW), Adelheid Schreilechner (PH Salzburg) und Axel Schacht (OeAD ERINNERN:AT) stellten bei der gut besuchten Veranstaltung die Handreichung vor, gingen dabei auf den Redaktionsprozess ein und nahmen eine politische und didaktische Einordnung zentraler Aspekte der Publikation vor. 

Adelheid Schreilechner, Professorin an der PH und Mitautorin der Handreichung, sagt: „Es ist schwierig geworden, über Antisemitismus zu reden – auch in Klassenzimmern. Komplexe gesellschaftliche Dynamiken, die Gewalteskalation im Nahen Osten und weltweite Social-Media-Phänomene heizen die Stimmung an. Viele Lehrpersonen stellen fest, dass die Beschäftigung mit dem Holocaust nicht ausreicht, um der Komplexität des Themas gerecht zu werden.“

Im Anschluss wurden die aufgeworfenen Fragen in einer Podiumsdiskussion zum Thema „Chancen und Grenzen der schulischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus im 21. Jahrhundert“ vertieft. Unter der Moderation von Linda Erker (DÖW) diskutierten Matteo Carmignola (PH Salzburg Stefan Zweig), Rachel Yaprak (Israelitische Kultusgemeinde Wien, Likrat), Romina Wiegemann (Kompetenzzentrum für antisemitismuskritische Bildung und Forschung, Berlin) und Hasan Softić (Handelsakademie Oberndorf, Salzburg).

Die Handreichung steht hier zum Download bereit.

Veröffentlicht am 03.03.2026, zuletzt geändert 25.03.2026