70 Jahre Israel: Eine neue Heimat für Überlebende des Holocaust aus Österreich.

Viele Überlebende des Holocaust fanden in Israel eine neue Heimat. 13 Überlebende des Holocaust aus Österreich erzählen auf der Lernwebsite neue-heimat-israel.at über Verfolgung und Flucht, Antisemitismus in Österreich sowie über ihr Leben in der neuen Heimat Israel.

Im Mai 2018 gedenkt Israel seiner Staatsgründung am 14. Mai 1948 durch David Ben Gurion. Das Ereignis – der Abzug der britischen Armee, die Unabhängigkeitserklärung, der unmittelbar darauffolgende Unabhängigkeitskrieg, aber auch die Flucht und  Vertreibung von Teilen der palästinensischen Bevölkerung – jährt sich zum 70. mal. Nach der Staatsgründung wurde Israel zum Zufluchtsort vieler „Displaced Persons“ (DPs), jener Menschen die den Terror der Konzentrationslager überlebt hatten, in DP-Lagern in ganz Europa lebten und nicht mehr in ihre Staaten zurückkehren konnten oder wollten. Auch vor der Staatsgründung, vor und während dem Holocaust fanden Menschen (durch die legale und illegale Einwanderung) Zuflucht vor antisemitischer Verfolgung im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina.

"Den Österreichern werde ich nie vergessen was sie getan haben.“
Jehudith Huebner
, geboren 1921 in Wien als Jessy Winkler, besuchte das Gymnasium, als die Nationalsozialisten 1938 in Österreich an die Macht kamen. Sie war die einzige ihrer Familie, der es gelang, aus Österreich zu fliehen. Ihre Schwester und ihre Eltern wurden von den Nazis ermordet. Ihre Lebensgeschichte finden Sie auf neue-heimat-israel.at. Die Ermordung ihrer Schwester wird im Unterrichtsmaterial „Wer ist schuld am Tod von Edith Winkler?“ thematisiert.


Wenn es heute in Österreich über Flüchtlinge zu hitzigen Debatten kommt, wird eines oft vergessen: Es ist noch nicht so lange her, dass Österreicher und Österreicherinnen selbst aus diesem Land flüchten mussten. Nur so konnten sie ihr Leben vor dem nationalsozialistischen Terror retten. Eines jener Länder, in denen österreichische Juden und Jüdinnen ab 1938 Zuflucht fanden, war das damals unter britischem Mandat stehende Palästina. Etwa 15.000 österreichische Jüdinnen und Juden fanden nach 1938 Schutz in Israel, einige blieben und beteiligten sich am Aufbau des jüdischen Staates.  

Was bedeuten solche Flucht-Erfahrungen für Menschen? Wie lässt sich das in Worte fassen? Wie sieht ein Leben aus, das in Österreich begonnen hatte, in der Nazizeit bedroht und dann von einer andauernder Krise geprägt war? Wie ist ihr Verhältnis zu Österreich? Diese Fragen motivierten _erinnern.at_ zu den Begegnungen mit ehemaligen Österreichern und Österreicherinnen in Israel.

Dreizehn ZeitzeugInnen erzählen auf neue-heimat-israel.at ihre Lebensgeschichte: Über Antisemitismus in Österreich, den Terror der Nationalsozialisten, die Flucht und das neue Leben in Israel. Zu den Video-Interviews, die für den Schulgebrauch geschnitten wurden, gibt es ausgearbeitete Module für den Unterricht. Die Module befassen sich etwa mit den Themen „Flucht und Vertreibung“ oder „Wege nach Palästina/Israel“.

Zur Lernnebsite: neue-heimat-israel.at

 

Weiterführende Links:

Ausgabe des Informationshefts "Informationen zur politischen Bildung" zu 70 Jahre Israel: - link

ORF.at über das österreichisch-israelische Verhältnis: - link

Unterrichtsmaterial „Bewegte Familiengeschichten – Die Suche nach einem neuen Zuhause in einer sich verändernden Welt" (in Entwicklung): - link

Für viele staatenlose jüdische Flüchtlinge wurde Israel zur neuen Heimat (hier im Bild: Jehudith Huebners israelischer Ausweis)
Für viele staatenlose jüdische Flüchtlinge wurde Israel zur neuen Heimat (hier im Bild: Jehudith Huebners israelischer Ausweis)
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