Horst Schreiber (Hg.): Von Bauer & Schwarz zum Kaufhaus Tyrol

In der Geschichte der jüdischen Familien Bauer und Schwarz spiegelt sich die Migrations-, Wirtschafts-, Sozial- und Konsumgeschichte der Stadt Innsbruck wider, nicht zuletzt auch die Zeit des Nationalsozialismus und seine Auswirkungen auf die Lebensgeschichte der jüdischen BürgerInnen.

 

Von Bauer & Schwarz zum Kaufhaus Tyrol, hrsg. von Horst Schreiber, Innsbruck-Wien-Bozen 2010 (Studien zu Politik und Geschichte 12; Veröffentlichungen des Innsbrucker Stadtarchivs 42), 304 Seiten. Euro 24,95; zu bestellen im Studienverlag

1908 errichten die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zugewanderten jüdischen Familien Bauer und Schwarz das erste Warenhaus in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße und revolutionieren damit die Konsumwelt in Tirol. In der NS-Zeit werden die Familien enteignet und aus Tirol vertrieben, zahlreiche Familienmitglieder ermordet. Die Überlebenden erhalten nach einem 12-jährigen Prozess eine lächerlich kleine Vergleichszahlung.

1966 beginnt mit der Eröffnung des Kaufhaus Tyrol eine neue Ärra, die durch wechselnde Eigentumsverhältnisse gekennzeichnet ist. Wirtschaftlich erfolgreiche Jahre werden von einem stetigen Niedergang abgelöst, der in der Schließung des Kaufhauses mündet.

Das nun nach kontroversen Prozessen entstandene moderne Einkaufszentrum soll als Magnetbetrieb den Handel in der Innsbrucker Innenstadt stärken.

Zahlreiche Lebensgeschichten werden durch erstmals publiziertes Fotomaterial

illustriert. Ein Fotoessay dokumentiert Abbruch und Neubau.

Feier zur Anbringung der

Erinnerungstafel an die jüdischen Familien Bauer & Schwarz, die 1908 das erste Warenhaus in Tirol gründeten.

Verbitterte Jahre: Bericht des Echo über Vera Adams, Tochter eines der beiden letzten Geschäftsführers des Warenhauses Bauer & Schwarz, die mit ihrem Vater und ihrem Bruder 1938 nach England fliehen musste.

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