„… der Tempel ist als erstes angezündet worden …“

ZeitzeugInnen berichten über das Novemberpogrom 1938.

Dieser Tage jährt sich das Novemberpogrom zum 79. Mal. Am 9./10. November 1938 und an den darauffolgenden Tagen fanden im gesamten Deutschen Reich Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung statt. Die Nationalsozialisten prägten dafür den euphemistischen Ausdruck "Reichskristallnacht". Ausschreitungen und Morde gab es auch in den Tagen vor und nach dem Datum 9./10. 11. Mit den Novemberpogromen 1938 begann die systematische Vertreibung, Enteignung und dann Vernichtung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus.

Die Nationalsozialisten zerstörten über 1000 Synagogen. In Wien brannten 42 Synagogen und jüdische Bethäuser, zahllose jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden geplündert, zerstört und beschlagnahmt. 6547 Jüdinnen und Juden wurden festgenommen und 3700 davon in das Konzentrationslager Dachau deportiert.

Diese ZeitzeugInnen berichten über die Gewalt des Novemberpogroms:

Ingeborg Guttmann, geb. 1930 in Wien, kann mit ihren Eltern nach Shanghai fliehen. 1947 kehrt die Familie – nicht ganz freiwillig – nach Österreich zurück.

Ausschnitt: "Novemberpogrom in Wien" - Bild anklicken

Richard Schoen, geb. 1914 in Groß-Siegharts, gest. 2013 in Pompton Plains (New Jersey, USA) wird 1938 im KZ Dachau interniert. Nach der Entlassung flieht er nach England, später in die USA. Seine Eltern und Geschwister werden von den Nationalsozialisten ermordet.

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George Kovacs, geb. 1926 in Wien, kann 1938 mit einem Kindertransport nach England fliehen. Auch der Mutter und dem Stiefvater gelingt die Flucht.

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Ausschnitte aus: Das Vermächtnis. Verfolgung, Vertreibung und Widerstand im Nationalsozialismus. DVD 1: Videos. DVD 2: Lehr- und Lernmaterial - Bestellungen und weitere Videos – hier)

„Ich schaute aus dem Fenster. Ich sah Nazis, in Uniform, SS und SA, die jüdische Menschen einsammelten. ... Sie haben uns mitgenommen.“, Richard Schoen.
„Ich schaute aus dem Fenster. Ich sah Nazis, in Uniform, SS und SA, die jüdische Menschen einsammelten. ... Sie haben uns mitgenommen.“, Richard Schoen.
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